Schwarz-Rot entlastet Industrie und Flugbranche
Autor: dpa
, Donnerstag, 13. November 2025
Die Industrie klagt über hohe Energiepreise. Die Bundesregierung sagt Entlastungen zu. Das gilt auch für die Luftverkehrsbranche.
Die schwarz-rote Koalition plant Entlastungen der Industrie bei den Strompreisen und will die Ticketsteuer im Luftverkehr senken. Geplant ist außerdem der Bau neuer Gaskraftwerke. Auf diese Maßnahmen in der Energie- und Wirtschaftspolitik einigten sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD im Koalitionsausschuss. Geplant ist zudem ein sogenannter Deutschlandfonds, um mehr private Investitionen zu mobilisieren. Die Vorhaben hatte die Koalition bereits grundsätzlich angekündigt.
«Ein starkes Deutschland braucht eine starke Wirtschaft und sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze», sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Die Koalition arbeite kontinuierlich an der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und habe immer das zentrale Ziel vor Augen: «Unsere Wirtschaft muss wieder laufen, muss besser laufen.» Der Vizekanzler, Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), sagte: «Wir machen unsere Hausaufgaben als Regierung.»
Zunächst keine Einigung gab es bei einer gemeinsamen Position der Koalition zum strittigen geplanten Aus für neue Verbrenner-Autos in der EU ab 2035. Die Spitzen der Koalition wollten am Abend weiter beraten.
Entlastung bei Strompreisen
Zum 1. Januar 2026 soll ein staatlich subventionierter, niedrigerer Industriestrompreis eingeführt werden, und zwar bis 2028. Das hatte Merz bereits beim «Stahlgipfel» vor einer Woche mitgeteilt. Er sprach von einem Zielpreis von 5 Cent pro Kilowattstunde. Die Maßnahme solle gelten für stromintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Die Koalition erwartet dazu bald grünes Licht der EU-Kommission. Brüssel hatte im Juni generell einen Industriestrompreis gebilligt, unter bestimmten Voraussetzungen.
Klingbeil sprach von Kosten in Höhe von 3 bis 5 Milliarden Euro, die aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert werden sollen - einem Sondertopf des Bundes.
Mit einem Industriestrompreis sollen Unternehmen mit viel Energieverbrauch zum Beispiel aus der Stahl- und Chemieindustrie entlastet werden, die über im internationalen Vergleich hohe Strompreise klagen. Laut Bundesnetzagentur zahlten Industriefirmen ohne Vergünstigungen etwa bei Stromsteuer und Netzentgelten im September rund 16 Cent pro Kilowattstunde, Großverbraucher mit Vergünstigungen rund 10 Cent.
Die Koalition kündigte zudem an, die sogenannte Strompreiskompensation solle ausgeweitet und verlängert werden. Dabei werden Firmen indirekt von Kosten des CO2-Emissionshandels entlastet. Die Stahlindustrie forderte eine Kombinationsmöglichkeit des Industriestrompreises mit der Strompreiskompensation. Bisher verbietet die EU eine Doppelförderung.