Riester-Nachfolger: Was für die private Vorsorge gelten soll
Autor: Theresa Münch, dpa
, Dienstag, 24. März 2026
Die schwarz-rote Koalition zeigt sich reformfähig: Geräuschlos einigen sich Union und SPD auf eine neue private Altersvorsorge. Was kann der Riester-Nachfolger?
Privat fürs Alter vorsorgen, das soll sich künftig auch für Menschen mit wenig Geld und für Selbstständige stärker lohnen. Union und SPD haben sich auf Details für eine neue staatliche Förderung geeinigt. Damit soll es ab Januar 2027 einen attraktiven Nachfolger für die immer unbeliebtere Riester-Rente geben.
Warum ist das nötig?
Die Riester-Rente sollte Bürgern Sicherheit bringen, deren gesetzliche Rente perspektivisch nicht ausreichen wird. Sie wird mit staatlichen Zulagen und Steuervorteilen gefördert. Außerdem sind Anbieter verpflichtet, eingezahlte Beiträge zu 100 Prozent zu garantieren, sodass man kein Risiko eingeht. Deswegen sind aber die Renditechancen auch enorm eingeschränkt. Zugleich fallen hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an, die an Versicherungen und Finanzinstitute gehen.
Viele haben sich daher bereits entschieden, nicht weiter in ihre Riester-Verträge einzuzahlen oder sie ganz zu kündigen. Ende 2024 gab es nach Zahlen des Bundesarbeitsministeriums noch knapp unter 15 Millionen – doch in geschätzte 20 bis 25 Prozent davon wurde überhaupt nicht mehr eingezahlt.
Welche Möglichkeiten soll es künftig geben?
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat Folgendes vorgeschlagen: Es soll weiterhin eine private Altersvorsorge geben, bei der 100 Prozent der eingezahlten Beiträge garantiert auch ausgezahlt werden. Dazu kommt eine Variante mit 80-prozentiger Garantie. Damit können die Versicherer die Beiträge schon etwas gewinnbringender am Kapitalmarkt anlegen. Neu eingeführt wird jedoch vor allem ein Altersvorsorgedepot, das hohe Renditen am Kapitalmarkt ermöglicht, aber keine Garantien gibt.
Was wurde im Bundestag nachgebessert?
Klingbeil hatte vorgeschlagen, dass die Kosten für ein Standarddepot (für alle, die wenig Erfahrung am Kapitalmarkt haben) auf 1,5 Prozent gedeckelt werden sollten. Daran gab es breite Kritik: Hohe Renditen seien so nicht möglich. Union und SPD einigten sich nun auf einen Kostendeckel von 1 Prozent der Effektivkosten.
Außerdem neu: Auch Selbstständige sollen die Möglichkeit zur Vorsorge mit Förderung bekommen. «Denn auch bei den Selbstständigen haben wir prekäre Situationen im Alter», machten die Koalitionäre klar.
Wieviel schießt der Staat zu?
Auch hier besserte die Koalition noch einmal nach, vor allem für Familien und für Sparer, die keine hohen Summen einzahlen können.