VW im Umbruch: Vorstand erntet heftige Kritik für Sparkurs
Autor: Christian Brahmann, dpa
, Dienstag, 25. August 2026
VW steht vor tiefgreifenden Veränderungen und Vorstandschef Blume sieht drastische Einschnitte dabei als unvermeidbar. Der Gegenwind fällt heftig aus.
Volkswagen fährt im Krisenmodus. Der Vorstand sieht den Autobauer in der größten Transformation der Unternehmensgeschichte. Um den Konzern dafür zukunftsfest aufstellen, sind für die Führung Sparmaßnahmen unvermeidbar. Dazu gehört der Abbau von Stellen, den VW-Chef Oliver Blume jeweils zur Hälfte in Deutschland und im weltweiten Konzerngeflecht sieht.
Aber: Der Betriebsrat, die Gewerkschaft und die Politik teilen viele Einschätzungen nicht. Kann eine Serie von Betriebsversammlungen Ruhe bringen? Beim Auftakt in Wolfsburg sieht es nicht so aus.
Das Problem:
Vorstandschef Oliver Blume betont in diesen Tagen immer wieder, dass es sich nicht um ein VW-internes Problem handelt. «Die gesamte Autoindustrie steht unter enormem Druck», sagt er auch am Dienstag in der Wolfsburger Konzernzentrale. US-Zölle, die Marktentwicklung in China und mehrere politischen Krisen, zählt er zur Lagebeschreibung auf, die alle großen Hersteller und auch Zulieferer treffe.
In dem Wettbewerbsvergleich schlägt sich das Unternehmen nach den Worten Blumes ordentlich. Aber: «Wir müssen Komplexität reduzieren, unsere Strukturen konsequent verschlanken und Kosten senken», betont er in seiner Rede an die Belegschaft. VW habe «frühzeitig gegengesteuert» und begonnen, Konzern und Marken neu auszurichten.
Der Konzern ist aus Sicht des Vorstands zwar handlungsfähig, hat aber auch akuten Handlungsbedarf. Dazu verweist Blume auf 3,8 Prozent operative Rendite, die in dieser anspruchsvollen Situation zwar solide seien. «Das reicht aber nicht aus, um unsere Zukunft aus eigener Kraft zu finanzieren», bekräftigt der VW-Chef.
Die Pläne:
Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.
In diesem Frühjahr legte Blume nach und kündigte an, an einem neuen «Zielbild 2030» für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Seitdem wird bei VW um Zehntausende zusätzliche Stellen und vier ganze Standorte gebangt.