Kindesentziehung in Bayern: Spektakuläre Wende bei Vermisstensuche nach 13-Jährigem aus Ingolstadt
Autor: Redaktion
Ingolstadt, Mittwoch, 08. Sept. 2021
Ein 13-jähriger Junge wurde seit dem 23. August aus Ingolstadt vermisst. Ein Großaufgebot an Polizisten suchte fieberhaft nach dem Jungen - auch in Franken. Schließlich hatten sie eine Spur, die sie bis nach Bremen führte, wo seine leibliche Mutter lebt. Mehrere Tatverdächtige wurden daraufhin wegen Kindesentziehung festgenommen.
Wende bei der Vermisstensuche eines 13-jährigen Jungens aus Ingolstadt: Am Montag, den 23.08.2021, wurde ein 13-jähriger Schüler aus Ingolstadt vermisst gemeldet. Nach Angaben der Familie habe der Junge an diesem Morgen das elterliche Anwesen in Gerolfing mit Jogginghose und Rollkoffer verlassen und sei seither nicht mehr zurückgekehrt.
Nun konnte der Junge in Bremen gefunden werden, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilt.
Vermisster 13-Jähriger aus Ingolstadt: Polizei suchte mit Großaufgebot nach ihm
Unverzüglich nach Bekanntwerden des Vermisstenfalls leitete die Polizeiinspektion Ingolstadt kräfteintensive Fahndungs- und Suchmaßnahmen ein. Bis in die späten Abendstunden war ein Großaufgebot an Polizeikräften eingesetzt, um das nähere örtliche Umfeld und alle bekannten Aufenthaltsorte nach dem Jungen abzusuchen. Hierzu wurden unter anderem Personensuchhunde und Polizeihubschrauber eingesetzt. Im Fokus der Ermittlungen stand zunächst ein Autohof an der A9 bei Hilpoltstein. Trotz intensivster polizeilicher Suchmaßnahmen ergaben sich jedoch keinerlei Hinweise auf einen möglichen Aufenthaltsort des Jungen. Die ermittelnden Polizeibeamten nahmen das Verschwinden des Jungen sehr ernst und entschieden sich bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Vermisstenfalls dazu, mit der Veröffentlichung eines Lichtbildes die Bevölkerung in die Fahndung einzubeziehen.
Video:
Bereits am Morgen des 25.08.2021 übernahm die Kriminalpolizei Ingolstadt unter fortlaufender enger Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Ingolstadt federführend die Sachbearbeitung im Vermisstenfall des 13-Jährigen. Unter Hochdruck agierte ein 12-köpfiges Ermittlungsteam, um den Verbleib des Jungen zu klären. Dabei bedienten sich die Ermittler fortlaufend der Unterstützung inner- und außerbayerischer Kräfte, um allen Hinweisen aus der Familie und der Bevölkerung nachzugehen.
Noch immer ergaben sich keinerlei Erkenntnisse, die Rückschlüsse auf ein gewaltsames Verschwinden zuließen. Vielmehr rückte bei der Abarbeitung des umfangreichen Hinweis- und Spurenkomplexes das familiäre Umfeld in Gerolfing in den Fokus der Ermittler.
Kindsentziehung: Vermisster 13-Jähriger in Bremen bei Mutter aufgetaucht - drei Tatverdächtige festgenommen
Nach und nach ergaben sich dabei Verdachts- und Anhaltspunkte, dass sich der Junge möglicherweise auch nach der Vermisstenmeldung, zumindest zeitweise, in der Obhut der leiblichen Mutter befunden hatte und diese mit Unterstützung weiterer Tatverdächtiger den Aufenthaltsort des Kindes den Ermittlungsbehörden wissentlich vorenthielt.
Nachdem sich dieser Verdacht im Rahmen weiterer Hinweisgaben und Ermittlungen weiter erhärtet hatte und die Ermittler nun von einer innerfamiliären Kindesentziehung ausgehen mussten, wurden durch die sachleitende Staatsanwaltschaft Ingolstadt drei Haftbefehle gegen die tatverdächtigen Personen im Alter von 42, 51 und 55 Jahren beantragt, die zeitgleich in Ingolstadt und Bremen von Kräften der jeweiligen Kriminaldienststellen vollzogen werden konnten.