"Keine Machtoptionen": AfD-Chef spricht nach CDU-Niederlage Klartext
Autor: Agentur dpa
Berlin, Montag, 21. Sept. 2026
Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern deutlich. CDU und andere Parteien halten jedoch Abstand, während AfD-Spitzenpolitiker auf Gespräche pochen.
Nach dem Wahlsieg seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich AfD-Vorsitzender Tino Chrupalla trotz fehlender kooperationsbereiter Partner offen für Gespräche. "Warten wir es erst mal ab, ob überhaupt Rot-Rot-Grün zustande kommt", erklärte Chrupalla im ARD-"Morgenmagazin". "Also wir sind auf alle Fälle gesprächsbereit - und es geht ja nicht nur um Regierung." In einem Dialog könne auch sondiert werden, welche Gemeinsamkeiten überhaupt existieren. Das sei von Bedeutung.
"Da muss man nicht immer gleich Ergebnisse voraussetzen." Weitere Einzelheiten nannte er nicht. "Wir hätten der CDU gerne ein Angebot gemacht. Die ist nun mal hinter ihrer Brandmauer verschwunden. Das kommt davon, wenn man sich selbst ausgrenzt und wenn man im Prinzip selbst keine Machtoptionen hat." Die CDU blieb nach Angaben der Landeswahlleitung bei der Landtagswahl mit 4,9 Prozent unter der Sperrklausel und scheidet erstmals aus einem Landesparlament aus. Die AfD gewann die Wahl demnach mit 38,2 Prozent der Stimmen.
Tino Chrupalla legt CDU nahe, Brandmauer aufzulösen
Für die CDU stellt sich aus Chrupallas Sicht die Frage, ob sie nicht die Brandmauer aufgeben will. "Ansonsten wird es die CDU als Volkspartei im Osten nicht mehr geben. Das haben wir jetzt in Mecklenburg-Vorpommern gesehen", sagte Chrupalla im Deutschlandfunk auch mit Blick auf die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt. Er zeigte sich "ziemlich sicher", dass dort nach der Landtagswahl von vor zwei Wochen der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund vor Weihnachten zum Ministerpräsidenten gewählt werden wird.
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Unterdessen glaubt AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm nicht an eine Regierungsbeteiligung seiner Partei. Man habe sich viel Mühe gegeben, regierungsfähig zu sein, und habe ein machbares Programm aufgestellt. "Ich denke, wir könnten regieren. Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, dass es so sein wird", sagte er bei NDR Info. Derzeit sehe es so aus, als käme eine rot-rot-grüne Mehrheit zustande, so Holm. "Das ist sicherlich keine gute Richtung, die unser Land da nehmen wird."
Holm bekräftigte erneut den Regierungsanspruch seiner Partei. Die Wähler hätten der AfD diesen Auftrag massiv zugesprochen. "Deswegen erwarten wir von den anderen Parteien, dass wir miteinander reden können." Diese Gespräche wolle er gemeinsam mit dem AfD-Spitzenkandidaten Enrico Schult führen. Holm selbst war im Kampf um das Direktmandat in Schwerin Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) unterlegen und zieht nicht in den Landtag ein.
Leif-Erik Holm will Bundestagsabgeordneter bleiben
Sollte es erwartungsgemäß nicht zu einer Regierungsbeteiligung der AfD kommen, will Holm weiter Bundestagsabgeordneter bleiben. Dann werde er seine Rolle als direkt gewählter Abgeordneter in Schwerin und Westmecklenburg weiter wahrnehmen, sagte er bei NDR Info.
Die AfD hatte die Wahl am Sonntag nach Angaben der Landeswahlleitung mit 38,2 Prozent der Stimmen gewonnen und ihr Ergebnis von vor fünf Jahren damit mehr als verdoppelt. Die SPD verzeichnete leichte Verluste und kommt auf 35,5 Prozent. Die Linke folgt mit 6,5 Prozent auf Platz drei. Die Grünen ziehen mit 5,7 Prozent ins Parlament ein. Die CDU blieb mit 4,9 Prozent unter der Sperrklausel und fliegt erstmals aus einem Landtag. Auch das BSW scheiterte mit 4,8 Prozent knapp.