Neue Tankstellen-Regelung könnte vor Ostern greifen
Autor: dpa-Korrespondenten
, Freitag, 13. März 2026
Nur noch einmal täglich Spritpreis-Erhöhungen? Die geplante Regelung zur Begrenzung von Preiserhöhungen könnte zügig kommen. Die USA knicken indes beim russischen Öl ein - und der Preis bleibt hoch.
Die neue Regelung, wonach Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen, könnte schon vor Ostern greifen. Dies sei das Ziel, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. Versprechungen könne sie aber nicht machen. Das geplante Modell zur Begrenzung des Benzinpreisanstiegs und entsprechende Neuerungen müssen noch Bundestag und Bundesrat passieren.
Spritpreis zweiten Tag in Folge gesunken
Tanken ist indes den zweiten Tag in Folge wieder etwas billiger geworden. Superbenzin der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags 2,006 Euro pro Liter, das waren 0,5 Cent weniger als am Vortag, wie der ADAC mitteilt. Diesel sank um 0,4 Cent auf 2,130 Euro pro Liter.
Die aktuelle Atempause für die deutschen Autofahrer könnte allerdings von kurzer Dauer sein: Am Freitagmorgen waren beide Kraftstoffe einige Cent teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Donnerstag. Hintergrund könnte der Ölpreis sein, der am Donnerstag und Freitag wieder höher lag als Mitte der Woche.
Am Energiemarkt bleibt die Lage angespannt. Der stark schwankende Ölpreis pendelt weiter um die Marke von 100 Dollar je Fass. Die hohen Ölpreise sorgen auch an den Aktienmärkten für besorgte Anleger.
USA lockern Russland-Sanktionen
Die USA lockern angesichts des stark gestiegenen Ölpreises die Sanktionen gegen Russland. Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet, wie Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X mitteilte. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Moskau begrüßte dies.
Deutliche Kritik von Merz
Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Entscheidung der USA mit deutlichen Worten kritisiert. «Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch», sagte der CDU-Chef. Er wies darauf hin, dass Russland weiter keine Verhandlungsbereitschaft zu einer Beendigung seines Krieges gegen die Ukraine zeige. «Wir werden deshalb und müssen den Druck auf Moskau weiter erhöhen», sagte er bei einer Pressekonferenz mit Ministerpräsident Jonas Gahr Støre auf der norwegischen Insel Andoya.
Merz warf den USA vor, sich damit innerhalb der G7 zu isolieren und verwies auf eine Schalte der Staats- und Regierungschefs führender demokratischer Wirtschaftsmächte mit US-Präsident Donald Trump am Mittwoch. «Es gab eine sehr klare Meinung von sechs Mitgliedern der G7, dass dies nicht das richtige Signal ist. Wir haben dann heute Morgen erfahren, dass sich die amerikanische Regierung offensichtlich anders entschieden hat», sagte Merz und machte damit klar, dass die Entscheidung nicht abgesprochen war.