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Kehl: Partygäste retten sich vor Feuer in Disco - Komplimente für Betreiber


Autor: Alexander Milesevic, Redaktion

Kehl (Rhein), Sonntag, 29. März 2026

Flammen schlagen nachts aus einem großen Club. Hunderte retten sich ins Freie. Nun muss geklärt werden, was den Brand ausgelöst haben könnte.
Mit schwerem Gerät arbeitet sich die Feuerwehr zu Glutnestern nach einem Brand in einem Club in Kehl vor. Hunderte Feiernde retteten sich ins Freie.


Es sind Bilder und Aussagen, die an das Silvester-Inferno von Crans-Montana erinnern: Am frühen Sonntagmorgen (29. März 2026) bricht in einer Großraum-Disco in Kehl, nahe der französischen Grenze, ein Feuer aus. Hunderte retten sich rechtzeitig, während hinter ihnen die Flammen durch den beliebten Club schlagen und in den Nachthimmel aufsteigen.

Niemand erleidet schwere Verletzungen, aber die hauptsächlich von jungen Franzosen besuchte Disco dürfte nach dem stundenlangen Brand völlig zerstört sein. Nach Angaben der Polizei muss der Rettungsdienst lediglich drei Menschen wegen "der Gesamtsituation" versorgen. Sie seien unverletzt geblieben, aber gestresst gewesen und deshalb behandelt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Hunderte retten sich vor Flammen in Kehler Disco - Gäste aus dem nahen Straßburg

"Wir tanzten gerade, als der Alarm ausgelöst wurde", berichtet ein Mädchen der Zeitung Dernières Nouvelles d'Alsace. "Wir eilten sofort zum Ausgang." Als die Feuerwehr eintraf, stand die Disco bereits im Vollbrand, aber alle Gäste waren draußen und in Sicherheit, wie Annette Lipowsky von der Stadtverwaltung Kehl sagte. "Die Betreiber haben das echt gut gemacht."

Auch Betroffene aus dem elsässischen Hagenau sprechen von mehreren Durchsagen auf Deutsch, Französisch und Englisch, in denen die Gäste zur Evakuierung aufgefordert worden seien. "Sie haben uns beruhigt. Die Evakuierung verlief sehr schnell. Das Personal war da, um alle zu leiten", sagten sie laut der Tageszeitung Dernières Nouvelles d'Alsace. Es habe keine Panik geherrscht.

Am Morgen nach dem Großbrand liegt der einst beliebte Club in Trümmern, dichte Rauchschwaden dringen daraus hervor. Ein Bagger zerstört die Wände der Halle im Industriegebiet, um der Feuerwehr einen besseren Zugang zu den Glutnestern im Inneren zu verschaffen. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten können die Brandermittler der Kripo das Gebäude betreten.

Erinnerungen an Brand-Katastrophe von Crans-Montana

Der Club liegt nahe der französischen Grenze im Ortenaukreis. Die Hip-Hop- und Afro-Musik-Disco zieht auch Besucher aus dem nahegelegenen Straßburg an. Insgesamt bietet sie Platz für bis zu 1500 Gäste mit 400 Sitzmöglichkeiten. Nach Angaben der Polizei sind angrenzende Gebäude durch das Feuer nicht gefährdet.

Mindestens 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren in den frühen Morgenstunden im Einsatz, wie die Sprecherin der Polizei mitteilte. Zahlreiche Zeugen wurden befragt, um die bisher ungeklärte Brandursache zu ermitteln. Zur Höhe des Schadens konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Das Feuer weckt Erinnerungen an das Silvester-Inferno von Crans-Montana, das weiterhin die Öffentlichkeit und die Behörden in der Schweiz beschäftigt. Zum Jahreswechsel brach dort in einer Bar ein verheerender Brand aus, 41 Menschen kamen ums Leben und Dutzende wurden verletzt. Funkensprühende Partyfontänen hatten Schaumstoff an der Decke entzündet.

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