Bafög-Reform auf den Weg gebracht - was geplant ist
Autor: Jörg Ratzsch und Ulrich Steinkohl, dpa
, Mittwoch, 12. August 2026
Bafög-Empfänger bekommen mehr Geld. Union und SPD setzen damit ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag um. Die Erhöhung kommt etwas später als geplant. Und auch andere Details stehen in der Kritik.
Bafög-Empfänger sollen vom 1. April kommenden Jahres an mehr Geld bekommen. Das Bundeskabinett brachte einen Gesetzentwurf auf den Weg, der höhere Fördersätze und weitere Verbesserungen vorsieht. Bundestag und Bundesrat sollen das Paket im Herbst beraten und verabschieden.
So soll zuerst die Wohnkostenpauschale im Bafög für diejenigen, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, zum Sommersemester 2027 von jetzt 380 auf dann 440 Euro im Monat steigen. Das war eigentlich schon für das bevorstehende Wintersemester geplant. Die Koalition konnte sich aber lange nicht auf die Finanzierung der Reform verständigen, was zu Verzögerungen führte.
Der Bafög-Grundbedarf für Studierende, der aktuell bei 475 Euro liegt, soll anschließend in zwei Schritten auf 563 Euro - das aktuelle Niveau der Grundsicherung - angehoben werden: zum Wintersemester 2027/28 auf 503 und zum Sommersemester 2029 schließlich auf 563 Euro. Ab 2030 soll die Bafög-Höhe alle zwei Jahre überprüft und gesetzlich neu festgesetzt werden. Das soll mehr Stetigkeit ins System bringen.
Bär sieht Aufstiegsversprechen durch Bafög gewährleistet
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte: «Mit dem Kabinettbeschluss sind wir einen entscheidenden Schritt gegangen, damit das Bafög sein Aufstiegsversprechen erfüllen kann.» Das Bafög sei und bleibe die zentrale gesetzliche Leistung zur Finanzierung von akademischen und schulischen Ausbildungen. Es werde künftig digitaler, die Verwaltung werde vereinfacht.
Auch Schüler-Bafög steigt
Aktuell kommen Bafög-Empfänger mit Grundbedarf und Wohnkostenpauschale auf bis zu 855 Euro, nach dem letzten Reformschritt 2029 wären es bis zu 1.003 Euro. Wer seine Krankenversicherung selbst zahlt, bekommt dafür Zuschläge, auch diese sollen steigen.
Das Schüler-Bafög steigt ebenfalls. Wer etwa eine Berufsfachschule besucht und nicht mehr bei den Eltern wohnt, kann ab nächstem Frühjahr 713 statt bisher 666 Euro bekommen.
Bafög wird immer individuell berechnet. Maßgeblich sind unter anderem Einkommen von Eltern, Ehe- oder Lebenspartnern sowie eigenes Einkommen und Vermögen.