Macht die Jugend Deutschland zum Land der Aktionäre?
Autor: Jörn Bender, dpa
, Dienstag, 13. Januar 2026
Die Zahl der Aktionäre erreicht einen Höchststand, doch Milliarden liegen weiter auf Tagesgeldkonten. Warum bleibt das Potenzial vieler Sparer ungenutzt?
Wird Deutschland doch noch zum Land der Aktionäre? 14,1 Millionen Menschen mit Aktienbesitz zählt das Deutsche Aktieninstitut (DAI) im Jahr 2025. Nie steckten mehr Menschen hierzulande Geld in Aktien, Fonds und/oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs).
«Aktienanlage im Aufwind» ist angesichts eines Sprungs um fast zwei Millionen zum Vorjahr eine erstaunlich zurückhaltende Interpretation der Frankfurter Einrichtung. Zumal auch der bisherige Rekord von 2022 mit seinerzeit fast 12,9 Millionen Aktionären in Deutschland deutlich übertroffen wurde.
Strohfeuer oder Mentalitätswandel?
Die Frage ist aber auch dieses Mal: Ist die Scheu vor der Börse auf Dauer gewichen oder sind viele Anleger beim nächsten Kurssturz schon wieder weg? Und: Wird es gelingen, angesichts der Probleme der gesetzlichen Rente den Kapitalmarkt als Alternative in breiteren Bevölkerungsschichten zu verankern?
«Die Menschen in Deutschland haben erkannt, dass für gute Langfristerträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt», zitiert das Aktieninstitut seine Chefin Henriette Peucker in einer Mitteilung. «Der gesellschaftliche Rückenwind für die Aktie ist so stark wie nie.»
Anleger unter 40 tragen das Wachstum
Viele junge Menschen halten die gesetzliche Rente für alles andere als sicher und haben große Sorge vor Altersarmut, so zeigen es Umfragen. Dass zugleich Trading Apps niederschwellig per Smartphone Handel mit Aktien, ETFs und Co. ermöglichen, kurbelt die private Altersvorsorge über die Börse zusätzlich an.
Das seit Jahren steigende Interesse der jungen Generation an der Aktienanlage habe sich «deutlich verfestigt», stellt das Aktieninstitut fest: Mit einem Plus von 1,2 Millionen Anlegern macht die Altersgruppe der 14- bis 39-Jährigen 60 Prozent des Gesamtanstiegs aus. Seit dem Jahr 2024 ist diese Altersgruppe unter Deutschlands Aktionären die größte mit nun 4,9 Millionen Menschen.
Gewaltige Summen auf Tagesgeldkonten
Insgesamt jedoch ist noch Luft nach oben: Im vergangenen Jahr war nach Berechnungen des Aktieninstituts gemessen an der hiesigen Bevölkerung ab 14 Jahren jeder Fünfte (19,9 Prozent) am Aktienmarkt investiert.