Italien: Geflohener Mörder in Italien gefasst - Ministerium will Flucht aufarbeiten
Autor: Agentur dpa
Peine, Freitag, 19. Juni 2026
Ein verurteilter Mörder flieht mit einem Motorrad. Durch einen Zufall wurde er in Italien gefasst - doch nun beginnt die Aufarbeitung des Vorfalls.
Update vom 19.06.2026, 14.25 Uhr: Nach Festnahme von geflohenem Mörder - Ministerien wollen Fall aufarbeiten
Einige Fragen sind noch offen: Nach der Flucht eines Mörders aus einem Gefängnis in Celle ist die Aufarbeitung möglicher Fehler angelaufen. Am kommenden Donnerstag werde Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) in der Sache unterrichten, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die CDU-Fraktion hatte am Tag nach Bekanntwerden der Flucht eine Sondersitzung des Unterausschusses Justizvollzug beantragt.
Der verurteilte Mörder wird nach seiner Festnahme weiter in einem italienischen Krankenhaus behandelt. Bei dem Unfall habe sich der 42-Jährige mit einer Oberschenkelfraktur erheblich verletzt, sagte die Ministeriumssprecherin. In der Klinik werde der Mann von italienischen Polizisten überwacht. Gleichzeitig gehe es jetzt darum, ihn möglichst schnell auszuliefern.
Der Straftäter hatte bei einem begleiteten Ausgang gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Gefängnisses die Wohnung seiner Mutter in Peine besucht. Nach ersten Erkenntnissen nutzte er einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage, um mit seinem dort abgestellten Motorrad wegzufahren. Laut den Ermittlern gelangte er über Bayern nach Italien, wo er südlich von Verona stürzte.
Der Deutsche verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung. Er hatte im Jahr 2010 die damals 23-jährige Melanie aus Peine mit etlichen Messerstichen getötet, weil sie keinen Sex mit ihm haben wollte. Der Fall hatte weit über die Grenzen des Landkreises für Fassungslosigkeit und Entsetzen gesorgt.
Update vom 18.06.2026, 18.54 Uhr: Geflohener Mörder in italienischem Krankenhaus festgenommen
Der bei einem begleiteten Freigang in Niedersachsen geflohene Mörder ist in Italien verhaftet worden. Die Polizei entdeckte den zu lebenslanger Haft verurteilten Mann in einem Krankenhaus, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen mitteilte. Er war in der Region Venetien in einen Unfall involviert und wurde in der Klinik behandelt. Zuvor hatten RTL und Bild über die Festnahme berichtet.
Der 42-Jährige war am Dienstagnachmittag (16. Juni 2026) in Peine auf einem Motorrad geflüchtet. Laut dem Justizministerium in Hannover hatte der Straftäter im Rahmen seines Freigangs zusammen mit einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt die Wohnung seiner Mutter besucht. Ersten Erkenntnissen zufolge nutzte er einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage, um mit seinem dort abgestellten Motorrad wegzufahren.
Nach einer erfolglosen Suche nach dem Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Celle startete das Landeskriminalamt eine Öffentlichkeitsfahndung - mit Fotos, Namen und Personenbeschreibung des Mannes. "Mehrere Hinweise führten die Fahnderinnen und Fahnder schließlich auf eine Spur nach Italien", teilten die Ermittler mit. Der Gesuchte reiste vermutlich über Bayern dorthin.