Was der Krieg für Verbraucher und Wirtschaft bedeutet
Autor: Christof Rührmair, dpa
, Dienstag, 03. März 2026
Tanken und Heizen werden teurer, Aktien geben nach, und der Ölpreis könnten die Konjunktur belasten. Es gibt aber auch hoffnungsvolle Stimmen.
Der Iran-Krieg hat auch für die deutschen Verbraucher und die Wirtschaft Folgen. Manche direkt, andere dürften sich erst über die Zeit bemerkbar machen. Und nicht alle sind negativ. Ein Überblick.
An der Tankstelle wird es teurer
An der Zapfsäule schlagen die Folgen unmittelbar durch: Von Freitag bis Montag ist Sprit laut ADAC um 6 bis 7 Cent pro Liter teurer geworden und kostete am Montag im bundesweiten Tagesdurchschnitt schon 1,82 Euro pro Liter Super E10 und 1,84 pro Liter Diesel. Am Dienstagmorgen ging der Anstieg weiter. Erste Daten deuteten auf einige Cent zusätzlich hin. Diesel legte dabei schneller zu als Benzin und überholte E10, sein Preis gilt als krisensensibler.
Die Auswirkungen für die Verbraucher sind dabei zwar schnell zu spüren, halten sich aber in Grenzen: Legt man durchschnittliche Fahrleistungen und Verbräuche zugrunde, bedeutet ein um 10 Cent gestiegener Spritpreis für den Fahrer eines typischen Benziners pro Monat weniger als 10 Euro Mehrbelastung.
Preise für Heizöl und Gas steigen
Auch Heizöl und Gas sind teurer geworden. Die Seite Heizoel24 gab den Preis für 100 Liter Heizöl am Dienstagvormittag zeitweilig mit mehr als 123 Euro an. Noch am Freitag waren es deutlich unter 100 Euro. Dieser Anstieg trifft allerdings nur Menschen, die aktuell kaufen müssen, weil beispielsweise ihr Tank leer ist oder deren Vermieter aktuell Öl kauft. Andere können darauf hoffen, dass die Preise wieder sinken, bevor sie für sie relevant werden.
Treiber des aktuellen Anstiegs bei Heizöl und Sprit ist der Ölpreis. Er reagiert besonders empfindlich, weil der Iran-Krieg die Straße von Hormus betrifft, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Öltransports. Sorgen um Engpässe an der Zapfsäule muss man sich allerdings nicht machen, wie der Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont: «Die Versorgung Deutschlands ist gesichert, da wir Rohöl aus rund 30 Ländern beziehen», heißt es von dort. «Hauptlieferländer sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.»
Auch der Gaspreis stieg deutlich: An der Börse in Amsterdam lag er am Dienstagmorgen zeitweise um 30 Prozent über dem Vortag, an dem er bereits kräftig gestiegen war. Er erreichte damit den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Hauptgrund ist ein Lieferstopp von Flüssigerdgas (LNG) aus dem wichtigen Förderland Katar. Verbraucher bekommen das wegen langfristiger Lieferverträge nicht direkt zu spüren. Ob und wie stark die Preise für die Haushalte steigen, hängt stark davon ab, ob die Großhandelspreise länger hoch bleiben.
Inflation könnte steigen
All die steigenden Preise könnten sich auch bei der Inflation bemerkbar machen. «Dauert der Krieg und die faktische Schließung der Straße von Hormus nur wenige Wochen, dann wird die Inflation wegen des gestiegenen Ölpreises nur vorübergehend ein wenig zulegen», sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Zöge sich der Krieg wider Erwarten aber Monate hin, würde der Ölpreis weiter steigen und mit ihm die Inflation «schätzungsweise auf mindestens 3 Prozent».