Inflation 2025 bei 2,2 Prozent - Preisdruck lässt nach
Autor: Alexander Sturm und Christian Ebner, dpa
, Dienstag, 06. Januar 2026
Die Zeit rasant steigender Preise ist vorbei. Doch das Leben in Deutschland hat sich spürbar verteuert. Im neuen Jahr gibt es teils Entlastung für Verbraucher, an anderer Stelle drohen Mehrkosten.
Der Preisdruck auf die Menschen in Deutschland lässt nach. Im Dezember sank die Inflationsrate überraschend deutlich auf 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Noch im November hatte die Rate bei 2,3 Prozent gelegen. Im neuen Jahr erwarten Ökonomen allerdings wenig Entspannung bei den Verbraucherpreisen - auch wenn eine erneute große Teuerungswelle als unwahrscheinlich gilt.
Für Preisdruck im Dezember sorgten vor allem teurere Dienstleistungen, zu denen Autoversicherungen, Pauschalreisen sowie Friseur- und Restaurantbesuche zählen, während sich Energie verbilligte. Auch Lebensmittel wurden kaum noch teurer.
Im Jahresschnitt 2025 stiegen die Preise für Waren und Dienstleistungen laut der vorläufigen Daten um 2,2 Prozent gemessen am Vorjahr. Damit lag die Inflationsrate auf dem gleichen Niveau wie 2024.
Wenig Entlastung für Konsumenten
Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbrauchern. Ihr finanzieller Spielraum schrumpft, Einkommenszuwächse werden von der Inflation aufgezehrt.
Volkswirte erwarten, dass die Inflationsrate 2026 über der Marke von 2 Prozent bleibt. Mit rasant steigenden Preisen wie 2022 und 2023 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine rechnet aber kein Experte. Nach Prognose des Ifo-Instituts dürfte die Teuerungsrate bei 2,2 Prozent in diesem Jahr und bei 2,3 Prozent 2027 liegen.
Der Vermögensverwalter HQ Trust sieht mit Blick auf 2026 keine deutliche Entlastung für Konsumenten. Chefökonom Michael Heise zählt auf: «Die Netzentgelte für Stromverbraucher werden gesenkt, die Gasspeicherumlage entfällt und die Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie wird abgesenkt. Preiserhöhend wirken dagegen die voraussichtliche Erhöhung der CO2-Abgabe und der Preisanstieg beim sogenannten Deutschlandticket.»
Chefvolkswirt Carsten Brzeski von der Bank ING sieht zumindest für die ersten Monate des laufenden Jahres eine Inflationsrate unter 2 Prozent, bedingt durch den starken Euro und günstigere Importe, da wegen der US-Zölle Waren zu Dumpingpreisen nach Europa umgeleitet würden. Die Mehrwertsteuersenkung für Speisen komme hingegen eher Gastwirten zugute.