Unerwarteter Auftragsboom: Industrie gibt Konjunkturhoffnung
Autor: Alexander Sturm, dpa, und Jürgen Krämer, dpa-AFX
, Donnerstag, 05. Februar 2026
Nach langem Niedergang mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende der deutschen Industrie. Großaufträge stützen die Wirtschaft. Kommt nun der Aufschwung?
In der krisengebeutelten deutschen Industrie zeichnet sich immer stärker eine Trendwende ab - auch dank vieler Großaufträge. Nach einem Auftragsboom im Dezember wächst damit die Hoffnung auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr.
Im Dezember erhielten die Industrieunternehmen nicht nur den vierten Monat in Folge mehr Aufträge, sondern sie wuchsen auch überraschend stark. Die Zahl der Bestellungen stieg gemessen am Vormonat um 7,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Analysten wurden überrascht: Sie hatten im Schnitt einen Rückgang von 2,2 Prozent erwartet. Eine unerwartet starkes Plus gab es auch im Jahresvergleich: Hier legten die Aufträge im Dezember um 13 Prozent zu.
«Ein Auftragsboom zum Jahresende. Wer hätte das gedacht?», schrieb Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg. «Das sieht jetzt wirklich sehr stark nach Trendwende aus. Wir haben erstmals seit längerer Zeit Grund für Zuversicht.»
«Fulminanter Auftragsschub»
Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, sprach von einem fulminanten Auftragsschub im Dezember. Das Bestellvolumen habe ein Niveau wie zuletzt Anfang 2022 erreicht.
Auch liege der Auftragseingang im Schlussquartal 2025 fast zehn Prozent höher als im dritten Quartal. «Damit zeigt sich, dass die konjunkturelle Erholung auch in der Industrie ankommt. Die Lage verbessert sich, auch wenn die Situation in vielen Betrieben noch schwer ist.»
Getrieben wurde das kräftige Auftragsplus im Dezember von Großaufträgen, etwa im Maschinenbau. Ohne sie wäre der Auftragseingang nur um 0,9 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen.