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Hopfenbauern am Bodensee erwarten "unterdurchschnittliche Ernte"


Autor: Agentur dpa

Tettnang, Samstag, 09. Sept. 2023

Hopfenbauern rechnen mit einer schlechten Ernte in diesem Jahr. Bei den pessimistischen Prognosen gibt es dennoch eine gute Nachricht.
Hopfendolden werden auf dem Hof von Hopfenbauer Ludwig Locher auf einem Förderband transportiert, um weiterverarbeitet zu werden.


Die Hopfenbauern am Bodensee rechnen in diesem Jahr mit einer schlechten Ernte. Die wochenlange Trockenheit Anfang Mai bis Ende Juni sei zu lang gewesen, sagte der Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbands Tettnang, Jürgen H. Weishaupt. Mitte Mai bis Ende Juli sei die Hauptwachstumsphase für den Hopfen. In diesem Jahr werde deshalb ein Ertrag von nur rund 47.200 Zentnern erwartet, das sind etwa 1000 Zentner weniger als im Vorjahr. Der Regen im Juli habe sich aber gut auf die Qualität des Hopfens ausgewirkt.

Tettnang (Bodenseekreis) ist dem Hopfenpflanzerverband zufolge nach der Hallertau in Bayern das zweitgrößte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet in Deutschland. 124 Betriebe bauen die Pflanze demnach auf einer Fläche von mehr als 1500 Hektar an. Die Hopfenernte am Bodensee hat laut dem Verband Ende August begonnen. Geerntet wird bis Ende September.

Zu wenig Regen, zu viel Trockenheit: Hopfenbauern rechnen mit schlechter Ernte

Auch deutschlandweit rechnen die Hopfenbauern nach einem Sommer mit zu wenig Regen mit "einer unterdurchschnittlichen Ernte". Die Schätzung liegt laut dem Verband Deutscher Hopfenpflanzer bei rund 822.200 Zentnern. Die Ernte sei damit zwar unterdurchschnittlich, liege aber 20 Prozent über der historisch niedrigen Erntemenge aus dem Jahr 2022. Weltweit ist die Hopfenernte aufgrund der extremen Witterungsbedingungen eingebrochen. 

Zu Hopfen-Engpässen dürfte es den Experten nach aber nicht kommen. Durch Vorräte seien die Bierbrauer wohl ausreichend versorgt. Von steigenden Bierpreisen gehen die Hopfenbauer auch nicht aus. Hopfen sei im Vergleich zu Malz der kleinere Bierbestandteil, erklärt Weishaupt. Die Preise seien außerdem längerfristig vereinbart.