Hohe Ölpreise sorgen bei Shell & Co für Gewinnsprünge
Autor: dpa
, Donnerstag, 29. Oktober 2026
Der Iran-Krieg treibt Öl- und Gaspreise nach oben – Shell, Totalenergies und Repsol melden kräftige Gewinnsprünge. Während Anleger zugreifen, wächst der politische Streit um die Profite.
Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Öl- und Gaspreise lassen die Kassen bei den Ölmultis klingeln. Totalenergies, Shell und Repsol meldeten Gewinnsprünge. Aktionäre sollen durch Aktienrückkäufe profitieren. An der Börse legten die Aktien am Donnerstag zu. Scharfe Kritik an den Zahlen kam aus der deutschen Politik. Schon länger gibt es eine Debatte über eine sogenannte Übergewinnsteuer.
Der Krieg im Nahen Osten beschert den Ölkonzernen einen kräftigen Schub. In der Straße von Hormus ist der Tankerverkehr gestört. Liefer- und Produktionsausfälle treiben die Preise in die Höhe.
Der Ölpreis für Brent lag im dritten Quartal durchschnittlich bei mehr als 90 US-Dollar pro Barrel, aktuell sind es rund 113 Dollar. Vor Kriegsbeginn Ende Februar waren es weniger als 70 Dollar. Die USA und Israel hatten den Iran angegriffen.
Auch Gasgeschäft floriert
Shell und seine Konkurrenten betrieben ihre Raffinerien in den vergangenen Monaten so intensiv wie möglich. Zusätzliche Erträge aus Handel und Raffinerien überwogen die Belastungen durch Liefer- und Produktionsschwierigkeiten deutlich.
Auch der Ausfall von Flüssigerdgaslieferungen aus dem Persischen Golf bescherte großen Energiekonzernen unerwartete Gewinne, obwohl sie im Nahen Osten Produktionsausfälle hinnehmen mussten.
Ölmultis vervielfachen Gewinne
Shell verdoppelte den bereinigten Gewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 10,8 Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro). Das ist der zweithöchste Quartalsgewinn der Unternehmensgeschichte. Shell übertraf damit die Analystenerwartungen. Einen noch höheren Quartalsgewinn hatte der Konzern nur 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine erzielt.
Bei Totalenergies stieg der bereinigte Nettogewinn im Jahresvergleich auf mehr als das Doppelte und erreichte gut 9 Milliarden Dollar.