Druckartikel: Heilbronn: Facebook-User beleidigt Kanzler Merz – Strafbefehl

Heilbronn: Facebook-User beleidigt Kanzler Merz – Strafbefehl


Autor: Agentur dpa

Heilbronn, Donnerstag, 28. Mai 2026

Den Besuch des Kanzlers in Heilbronn kommentierten Hunderte Nutzer bei Facebook. Einige unflätige Beiträge rufen die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Die Entscheidungen fallen unterschiedlich aus.
Bundeskanzler Friedrich Merz spricht auf der Bühne am Veranstaltungsort des Spatenstichs zum IPAI Campus. Im Rahmen seines Antrittsbesuches nimmt Bundeskanzler Merz beim ersten Spatenstich für den IPAI Campus in Heilbronn teil. Auf dem 30 Hektar großen Areal entsteht ab sofort ein zukunftsweisendes KI-Quartier, das Forschung, Anwendung und industriellen Transfer im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) auf europäischer Ebene maßgeblich vorantreiben soll.


Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als "Lackaffe" zu bezeichnen, geht aus Sicht der Staatsanwaltschaft Heilbronn zu weit. Auf Antrag der Behörde hin erließ das Amtsgericht Heilbronn einen Strafbefehl wegen Beleidigung gegen Personen des politischen Lebens. 

Laut einer Sprecherin kam die Dezernentin nach Prüfung des Sachverhalts zu dem Schluss, "dass in diesem Fall kein sachlicher Zusammenhang mit dem politischen Wirken bestand, sondern die Ehrverletzung im Vordergrund stand". Der Strafbefehl sei nicht rechtskräftig, es sei Einspruch eingelegt worden.

Strafbefehl: Merz als "Lackaffe" bezeichnet - "Pinocchio"hatte kein juristisches Nachspiel

Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden 30 Tagessätze verhängt. Zur Höhe der Tagessätze machte die Sprecherin keine Angaben, "weil dadurch Rückschluss auf das angenommene Einkommen gezogen werden kann".

Anlass des Verfahrens war nach früheren Angaben der Behörden einer von fast 400 Kommentaren unter einen Facebook-Post der örtlichen Polizei anlässlich eines Besuchs von Merz im Oktober vergangenen Jahres in Heilbronn. Bei 38 Beiträgen prüfte die Staatsanwaltschaft im Nachgang, ob sie strafbar sind. In dem Facebook-Post des Polizeipräsidiums Heilbronn ging es seinerzeit um ein Flugverbot, das im Zuge des Kanzlerbesuchs verhängt worden war.

Anders als beim "Lackaffen" hatte die Staatsanwaltschaft die Bezeichnung von Merz als "Pinocchio" nicht beanstandet. Sie stellte das Verfahren ein, "weil es sich hierbei um eine von der Meinungsfreiheit gedeckte und damit zulässige Machtkritik handelt", wie sie im Frühjahr mitteilte. Die Kinderbuchfigur Pinocchio ist bekannt dafür, dass seine Nase beim Lügen wächst.