General Freuding wird ranghöchster Soldat der Bundeswehr
Autor: Carsten Hoffmann, dpa
, Donnerstag, 05. November 2026
Ukraine-Kenner und Panzergeneral: Christian Freuding tritt nach einer militärischen Blitzkarriere an die Spitze der Bundeswehr. Der Verteidigungsminister preist Kenntnisse und Stil seines Generals.
Verteidigungsminister Boris Pistorius macht Heereschef Christian Freuding (55) zum neuen Generalinspekteur und damit ranghöchsten Soldaten der Bundeswehr. Der Generalleutnant werde den Posten im Februar von General Carsten Breuer übernehmen, der bereits zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses gewählt wurde, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit.
Freuding war vor seinem derzeitigen Posten als Heeresinspekteur schon Koordinator der deutschen Militärhilfe für die Ukraine mit tiefen Einblicken in den Kriegsverlauf. Er ist enger militärischer Berater des Verteidigungsministers.
SPD-Politiker Pistorius pries den Offizier mit der Bekanntgabe der Personalie in den höchsten Tönen. Als Leiter des Ukraine-Sonderstabs habe Freuding die rasanten technischen Entwicklungen in Russlands Krieg gegen die Ukraine analysiert und Rückschlüsse für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr gezogen. In kürzester Zeit habe er dann als Inspekteur des Heeres die richtigen Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. So lasse er nun das erste Drohnenregiment im Heer aufstellen.
Pistorius: Freuding hoch anerkannt und international vernetzt
«Er hat eindrucksvoll bewiesen, dass er auch in Zeiten großer Veränderungen und Herausforderungen einen kühlen Kopf bewahrt, schnell richtige Entscheidungen trifft und umsetzt», so Pistorius.
Außerdem stehe Freuding für Kameradschaft und die Werte der Bundeswehr. «Ihn leitet ein klarer Kompass», so der Minister. «Generalleutnant Freuding ist international hoch anerkannt, bestens vernetzt und hat zudem eine gewinnende Persönlichkeit.»
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp (CDU), bezeichnete Freuding als ausgezeichneten Offizier mit tiefem Verständnis für die sicherheitspolitischen Herausforderungen dieser Zeit. Er sagte der «Rheinischen Post»: «Als künftiger Generalinspekteur steht er vor einer gewaltigen Aufgabe: Er muss die Zeitenwende konsequent in die Truppe tragen und dafür sorgen, dass aus politischen Entscheidungen konkrete militärische Fähigkeiten werden.»
Freuding erreicht die Nachricht in Koblenz
Den Generalleutnant selbst und die Führung des Heeres erreichte die Nachricht in Koblenz, wo vor dem Ehrenmal des Deutschen Heeres auf der Festung Ehrenbreitstein einmal im Jahr der Toten gedacht wird. Erste Gratulanten traten an Freuding heran.