Sabotageversuch an Marineschiff: Strahlkies im Motorblock
Autor: Marc Niedzolka und Carsten Hoffmann, dpa
, Dienstag, 03. Februar 2026
Zwei Männer sind festgenommen worden. Ihnen wird versuchte Sabotage an einem Schiff vorgeworfen. Es gab Durchsuchungen in mehreren Ländern.
Festnahmen wegen des Verdachts der versuchten Sabotage: Die Polizei hat in Hamburg und in Griechenland zwei Männer festgenommen, denen versuchte Zerstörungen an einem für die deutsche Marine vorgesehenen Schiff vorgeworfen werden. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg mitteilte. Ausschlaggebend für die vollstreckten Haftbefehle sei eine versuchte Sabotagehandlung an der Korvette «Köln» gewesen, sagte eine Sprecherin.
Die beiden Männer sollen im vergangenen Jahr während ihrer Tätigkeit im Hamburger Hafen an mehreren Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen haben. Die Schiffe lagen demnach auf einem Werftgelände und waren für die Marine bestimmt. Eine genaue Anzahl der betroffenen Schiffe nannte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht. Die Hintergründe der mutmaßlichen Taten sind bislang unklar.
Erhebliche Schäden befürchtet
Die Männer sollen, teils allein, teils gemeinschaftlich handelnd, über 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines der Schiffe eingebracht, Frischwasserzuleitungen zerstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik deaktiviert haben.
Wären die jeweiligen Sabotagehandlungen unentdeckt geblieben, hätten sie zu erheblichen Schäden an den Schiffen oder jedenfalls zu deren verspätetem Auslaufen geführt und dadurch die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe gefährden können, hieß es weiter.
Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert laut Generalstaatsanwaltschaft an. Im Zuge der Ermittlungen wird auch
die Frage möglicher Auftraggeber der Beschuldigten geprüft.
Den Angaben nach wurden auch Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland durchsucht. Neben der europäischen Justizbehörde Eurojust in Den Haag waren demnach das Landeskriminalamt Hamburg sowie griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden beteiligt.
Geheimdienste warnen vor Aktivitäten Russlands
Zu den Hintergründen der Tat wurden zunächst keine Angaben gemacht. Nachrichtendienste warnten zuletzt aber erneut vor Spionage und Sabotage aus Russland. Diese sei «so präsent wie nie», stellte der Militärgeheimdienst MAD im Dezember in seinem Jahresbericht fest. Die Bundeswehr sei dabei unter den am stärksten gefährdeten Institutionen Deutschlands.