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Großbrand wütet in Nationalpark: Fränkische Feuerwehren unterstützen


Autor: Redaktion, Agentur dpa

Kratzeburg, Donnerstag, 16. Juli 2026

Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern brennt es seit Anfang der Woche - und ein Ende ist nicht abzusehen. Unterstützung kommt jetzt auch aus Franken.
Rauchwolken ziehen über die Wälder im Müritz-Nationalpark (Luftaufnahme mit einer Drohne). Der Waldbrand auf dem ehemaligen Panzerschießplatz hat sich weiter ausgedehnt.


Der Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern) hat sich weiter ausgedehnt. Mittlerweile stehe eine Fläche von 269 Hektar in Flammen, teilte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit - das entspreche fast 400 Fußballfeldern.

Derzeit seien etwa 375 Einsatzkräfte vor Ort - mit dabei sind seit Donnerstagvormittag (16. Juli 2026) auch Feuerwehrkräfte aus Franken. Zudem will Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) heute in die betroffene Region kommen.

Fläche von 400 Fußballfeldern brennt in Mecklenburg-Vorpommern - Hilfe aus Franken

Weil der frühere Truppenübungsplatz mit Alt-Munition belastet ist, kann die Feuerwehr nicht direkt an den Brand heran. Sie versucht stattdessen, das Feuer von außen einzudämmen - etwa mit Kreisregnern, die sonst zur Bewässerung genutzt werden. Die Einsatzkräfte aus Franken bringen nicht nur rund 200 solcher Wassersprenger mit, sondern auch sechs Schlauchwagen mit 2000 Meter langen Schläuchen.

Bei den Fahrzeugen aus Ober- und Mittelfranken handelt es sich überwiegend um Fahrzeuge des Katastrophenschutzes von Bund und Freistaat Bayern. Diese sind bei  verschiedenen Feuerwehren stationiert und werden im Einsatzfall durch die jeweiligen Feuerwehren besetzt und eingesetzt. Insgesamt sind 35 Einsatzkräfte mit 15 Fahrzeugen aus den Regierungsbezirken Ober- und Mittelfranken im Einsatz.

Die Feuerwehren Ansbach, Baiersdorf, Bayreuth, Cadolzburg, Ezelsdorf, Hersbruck,  Höchstadt an der Aisch, Seybothenreuth, Troschenreuth und Steinachtal bilden unter der Führung von Kreisbrandrat Matthias Rocca (Mittelfranken) sowie mit  Unterstützung von Kreisbrandmeister Stephan Macht (Oberfranken) das bayerische Fähigkeitsmodul.

Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände - Katastrophenschutz im Einsatz

Wegen möglicher giftiger Gase - etwa Phosphor in der Munition - ist ein sogenannter ABC-Erkunder im Gelände unterwegs - ein Sonderfahrzeug des Katastrophenschutzes, das mit seinen hochpräzisen Messinstrumenten Gasen oder Radioaktivität erkennen und messen kann. Es bestehe aber keine Gefahr für die Bevölkerung, versicherte der Landkreis.

Zuletzt bewegte sich das Feuer nach Angaben eines Landkreissprechers vom Mittwoch (15. Juli 2026) weiter in Richtung der Ortschaft Granzin. Zwischen Waldgrenze und Siedlung gebe es einen Acker, der mehrfach umgepflügt worden sei, um brennbares Material unter die Erde zu bekommen. Außerdem seien auch dort Kreisregner aufgebaut worden. Die bereits am Dienstagabend angeordnete Evakuierung der Orte Granzin und Granziner Mühle bleibe bestehen. Granzin hat laut Website der Gemeinde Kratzeburg etwas mehr als 100 Einwohner.

Gemeldet worden war der Brand am Montag. Seitdem läuft der Einsatz. Hoffnung auf Regen in nennenswerter Menge in der Region gebe es erst in Richtung Ende der Woche, hieß es aus dem Landkreis. In jedem Fall werde der Einsatz noch Tage dauern. Die Polizei bat erneut, Rad- und Wanderwege im betroffenen Bereich nicht zu nutzen. Kanuten und Kanutinnen sollten nicht von den Seen in die Havel wechseln.