VW-Gewinn bricht ein – Geschäftsmodell unter Druck
Autor: Frank Johannsen, dpa
, Dienstag, 10. März 2026
Harte Zeiten für Europas größten Autobauer. Der VW-Gewinn ist 2025 deutlich eingebrochen. Mit einem neuen Transformationsplan will der Konzern nun gegensteuern.
Der Volkswagen-Konzern will nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr seine Sparbemühungen erhöhen. Angesichts der sich rasant ändernden Welt arbeite der Konzern an einem Transformationsplan für die Zeit bis 2030, sagte Konzernchef Oliver Blume bei der Bilanzvorlage in Wolfsburg. Dabei gehe es auch um erneute Kostensenkungen. Personalkosten stünden zunächst aber nicht im Vordergrund.
Im vergangenen Jahr war der Gewinn des Konzerns um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro.
Porsche und Zölle belasten
Im Schlussquartal schnitt VW dabei aber wieder besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Grund waren vor allem die Belastungen bei der Tochter Porsche wegen des Strategie-Schwenks zur Verbrenner-Verlängerung, die auf die Konzernmutter durchschlugen. Hinzu kamen Milliardenbelastungen aus den US-Zöllen.
«Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität», sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Die Sonderbelastungen bei Porsche kosteten 4,7 Milliarden Euro, hinzu kamen die US-Zölle mit 2,9 Milliarden. Im Gesamtjahr verwies der Konzern auf Sonderkosten von 8,8 Milliarden Euro. Ohne diese hätte das operative Ergebnis aber bei 17,7 Milliarden Euro gelegen, was eine Marge von 5,5 Prozent bedeutet hätte.
Blume: «Werden jeden Stein umdrehen»
«Wir haben handelspolitische Hürden, wir haben komplett veränderte Märkte, wir haben eine zunehmende Regulatorik», sagte Blume. «Und wir stellen ganz einfach fest, dass das Geschäftsmodell, was uns über Jahrzehnte getragen hat, dass das in dieser Form nicht mehr funktioniert.» Dem wolle man mit einem neuen «Zielbild Volkswagen Konzern 2030» begegnen.
Dabei gehe es auch um Kosteneffizienz. «Wir werden jeden Stein umdrehen. Das geht über alle Kostenarten.» Personalkosten stünden zunächst aber nicht im Vordergrund. Größere Einsparungen verspricht sich Blume in anderen Bereichen wie Beschaffung, Entwicklung, Material, Produktion und Vertrieb. Beim Personal werde man zunächst das konsequent umsetzen, was bereits vereinbart wurde, so Blume.
Zwar komme VW mit den 2024 aufgelegten Effizienzprogrammen gut voran, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Im vergangenen Jahr seien die Gesamtkosten dadurch bereits um 1,5 Milliarden Euro gesunken. Doch das werde angesichts neuer Belastungen etwa durch die US-Zölle nicht reichen.