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Gewerkschaft: Restaurantbesuche nicht günstiger geworden


Autor: dpa

, Donnerstag, 17. Sept. 2026

Seit Januar gilt für Restaurantspeisen eine günstigere Mehrwertsteuer von sieben Prozent. Bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern kommt das allerdings nicht an, zeigt eine neue Gewerkschaftsstudie.
Die Mehrwertsteuer in der Gastronomie beträgt nicht mehr 19 Prozent, sondern nur noch 7, doch der Restaurantbesuch ist nicht günstiger geworden. (Archivbild)


Von der zu Beginn des Jahres gesenkten Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen merken Gäste einer neuen Untersuchung zufolge kaum etwas. «Die Studie liefert keine Hinweise darauf, dass die Mehrwertsteuersenkung in nennenswertem Umfang an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde», teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. «Im Durchschnitt erhöhten sich die Preise sogar um 0,5 Prozent.» 

Die Geschäftsführerin des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga), Jana Schimke, hielt jedoch dagegen, dass drei Viertel (73,4 Prozent) der Betriebe ihre Preise durch die Absenkung der Mehrwertsteuer trotz massiv gestiegener Kosten stabil halten konnten.

Die Steuer war zum Jahreswechsel von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt worden. Das Beratungsunternehmen wmp consult hatte im Auftrag der NGG die Preise von 180.000 Gerichten in bundesweit mehr als 12.000 Restaurants ausgewertet. Die Erhebung erfolgte demnach im Oktober 2025 - also vor der Absenkung - sowie im Februar und im März dieses Jahres. 

Preise in den meisten Fällen unverändert 

Bei neun von zehn untersuchten Gerichten blieben die Preise demnach unverändert. Bei 8 Prozent seien die Preise angestiegen, bei rund 1 Prozent gesunken. 

«Die Bundesregierung wollte mit der Mehrwertsteuersenkung auch die Gäste entlasten», teilte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler mit. «Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen.» Die Verbraucherorganisation Foodwatch findet drastischere Worte: Gastro-Betriebe und Fastfood-Konzerne wie McDonald's bekämen Steuergeschenke - während Verbraucher unter hohen Preisen ächzen würden. «Anders als versprochen wird die Steuersenkung eben nicht an die Verbraucher weitergegeben», sagte Pressesprecher Andreas Winkler.

Eine größer angelegte Auswertung von Gerichten durch den Datenspezialisten Meoton hatte bereits im März ergeben, dass die Mehrwertsteuersenkung aus Verbrauchersicht vor allem dafür gesorgt habe, dass die Preise nicht weiter gestiegen seien. Vergünstigungen wurden auch damals nur in sehr geringem Umfang festgestellt. 

Viele Gastronomen hatten bereits vor der Mehrwertsteuersenkung angekündigt, diese vor allem dazu zu nutzen, die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für die Betriebe auszugleichen. «Jeder Betrieb reagierte unterschiedlich auf die Gesetzesänderung. Manche haben Preissenkungen vornehmen können, andere haben die Löhne angehoben, wieder andere haben neue Mitarbeiter eingestellt, modernisiert und ihr Angebot weiter verbessert», erklärte Dehoga-Geschäftsführerin Schimke.

Viele Beschäftigte an der Belastungsgrenze 

Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die rund 2 Millionen Beschäftigten der Branche wurden die Einsparungen aus Gewerkschaftssicht nicht genutzt. Eine Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ergab der Gewerkschaft zufolge, dass viele von ihnen stark überlastet seien. «Drei Viertel der Beschäftigten können sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen. 79 Prozent berichten von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erschweren», teilte die NGG mit. 

Befragt wurden demnach zwischen Juni und Juli dieses Jahres mehr als 2.100 Beschäftigte aus Hotellerie sowie System- und Betriebsgastronomie.

Von der Dehoga hieß es dazu, dass gesetzliche Arbeitszeitgrenzen sowie Schutz- und Ruhezeiten selbstverständlich eingehalten werden müssten. «Gleichzeitig braucht das Gastgewerbe Flexibilität», erklärte Schimke. Die Dehoga regte deshalb an, die wöchentliche Höchstarbeitszeit zu erhöhen, um mehr Selbstbestimmung für Beschäftigte zu erreichen.