EU unterzeichnet Freihandelsabkommen mit Mercosur
Autor: Denis Düttmann, dpa
, Samstag, 17. Januar 2026
Zölle und Handelsbarrieren sollen fallen, der Austausch von Waren und Dienstleistungen zulegen. Die riesige Freihandelszone ist auch eine Antwort auf Trumps protektionistische Zollpolitik.
Nach über 25 Jahren Verhandlungen haben Vertreter der Europäischen Union und von vier südamerikanischen Ländern des Staatenbunds Mercosur das Freihandelsabkommen zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken unterzeichnet.
An der Zeremonie in der Zentralbank in der paraguayischen Hauptstadt Asunción nahmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident António Costa, Argentiniens Präsident Javier Milei, Paraguays Staatschef Santiago Peña und der uruguayische Präsident Yamandú Orsi teil.
Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern und einer gemeinsamen Wirtschaftsleistung von rund 22 Billionen US-Dollar (19 Billionen Euro) wird eine der größten weltweit sein.
EU rechnet mit Export-Zuwächsen von 39 Prozent
Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und dem Mercosur angekurbelt werden. Die EU rechnet durch das Abkommen mit einer Steigerung der jährlichen Exporte in den Mercosur um 39 Prozent. Damit ist die neue Freihandelszone auch ein Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.
Kurz vor der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der EU und dem Mercosur kündigte Trump wegen des Grönland-Konflikts zusätzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder an. Ab dem 1. Februar würden zunächst 10 Prozent für in die USA gesendete Waren fällig. Ab dem 1. Juni steige der Zollsatz auf 25 Prozent, wenn kein Abkommen zu der Arktisinsel erzielt werde. Trump betont immer wieder, dass die ressourcenreiche Insel wegen der nationalen Sicherheit in den Besitz der USA übergehen müsse.
«Wenn wir Wohlstand wollen, müssen wir Märkte öffnen, nicht schließen. Wir müssen Zonen der wirtschaftlichen Integration schaffen und nicht die Zölle erhöhen», sagte EU-Ratspräsident António Costa bei einer Pressekonferenz auf die Frage nach Trumps Zoll-Ankündigung. «Die EU war immer sehr entschlossen in der Verteidigung des Völkerrechts - und natürlich besonders im Gebiet eines Mitgliedstaats.»
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen stellte den Vertrag als klare Entscheidung für Freihandel und offene Märkte dar. «Dieses Abkommen sendet ein starkes Signal an die Welt. Wir entscheiden uns für fairen Handel statt Zölle, wir entscheiden uns für eine produktive, langfristige Partnerschaft, und vor allem wollen wir unseren Bürgern und Unternehmen echte und greifbare Vorteile verschaffen», sagte sie in ihrer Rede.