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Frankreich-Reise trotz Unruhen? Auswärtiges Amt mit dringendem Hinweis


Autor: Erik Jasper, Agentur dpa

Frankreich, Mittwoch, 21. Oktober 2026

Frankreich wird aktuell von heftigen Unruhen erschüttert, vielerorts kommt es zu Gewalt. Jetzt hat sich das Auswärtige Amt an Reisende gewandt.
Im Zuge der Ausschreitungen ging das Rathaus der französischen Stadt Limoges in Flammen auf.


In Frankreich herrscht dieser Tage der absolute Ausnahmezustand. Seit September protestieren dort Schüler gegen die in ihrem Land herrschenden Lernbedingungen - längst gehen aber auch Erwachsene auf die Straße, die ihrerseits unter anderem mehr soziale Sicherheit fordern.

Vielerorts arteten die Proteste zuletzt jedoch in brachiale Gewalt aus, die ihren vorläufigen Höhepunkt am Samstag (17. Oktober 2026) erreichte, als das Rathaus der Stadt Limoges in Flammen aufging. Nun hat das Auswärtige Amt deutsche Staatsbürger mit Blick auf weitere, für das kommende Wochenende angekündigte Proteste zur Vorsicht bei Reisen ins Nachbarland gemahnt.

Auswärtiges Amt warnt Frankreich-Reisende

Die sogenannte Gelbwestenbewegung hat demnach bereits für den kommenden Samstag (24. Oktober 2026) erneut zu Aktionen aufgerufen. Bereits in den Jahren 2018 und 2019 hatte ein Bündnis unter diesem Namen heftige Proteste gegen die Regierung organisiert - laut französischen Medien sind die neuen Gelbwesten politisch allerdings deutlich weiter im linken Spektrum verwurzelt als ihre Vorgänger. Aufgrund der Proteste wurden in bestimmten Zonen in Paris und einer Reihe weiterer Städte kurzfristig nächtliche Ausgangssperren verhängt.

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Reisenden empfiehlt das Auswärtige Amt deshalb, sich bei vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen, auf den Seiten der örtlichen Polizeipräfekturen und in den sozialen Medien der französischen Behörden über Ausgangssperren und andere aktuelle Entwicklungen in ihrem Reisegebiet zu informieren. "Verhalten Sie sich umsichtig und meiden Sie Demonstrationen, wenn möglich. Befolgen Sie Anweisungen der lokalen Sicherheits- und Ordnungskräfte", betont die Behörde in ihrer Mitteilung.

Rund ein halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen heizen die Proteste, bei denen es auch zu gewalttätigen Plünderungen und Straßenschlachten mit der Polizei kam, die ohnehin angespannte politische Lage in Frankreich zusätzlich an. Auch in Deutschland ist eine Debatte entbrannt - so warnte unter anderem Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) angesichts der gewaltsamen Unruhen in Frankreich vor ähnlichen Zuständen in Deutschland. "Wir müssen in Deutschland alles daran setzen, vergleichbare Tendenzen bereits im Keim zu ersticken. Gewaltbereite extremistische Strukturen müssen frühzeitig erkannt und konsequent gestoppt werden, unabhängig davon, aus welchem politischen oder ideologischen Lager sie kommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München.

Joachim Herrmann richtet den Blick nach Berlin

"Was wir aktuell in Frankreich erleben, sind keine Schülerproteste, sondern schwere Ausschreitungen: Linksextreme und überwiegend migrantische Männer liefern sich dort Straßenschlachten mit der Polizei, zünden historische Rathäuser an und ziehen plündernd durch Paris", betonte Herrmann. Es bestehe die Möglichkeit, dass sich die Sicherheitslage in Berlin verschlechtert, sollte die neue Landesregierung, wie von der Linkspartei angekündigt, bei den Sicherheitsbehörden finanzielle Kürzungen vornehmen.

"Das wäre verantwortungslos. Wir müssen unsere Polizei und den Verfassungsschutz personell, technisch und rechtlich weiter stärken." Darüber hinaus sollten laut herrmann abgelehnte Asylbewerber weiterhin konsequent außer Landes gebracht werden - "allen voran Straftäter und Gefährder".