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Frankfurter Flughafen: Zweiter Mitarbeiter stirbt an Malaria-Infektion


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Frankfurt am Main, Mittwoch, 26. August 2026

Mehrere Beschäftigte am Frankfurter Flughafen infizieren sich mit Malaria Zwei von ihnen sterben an den Folgen der Infektion. Experten untersuchen nun, wie genau die Krankheit übertragen wurde.
Sechs Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens sollen mit Malaria infiziert worden sein. Zwei von ihnen starben an der Infektion. Es wird davon ausgegangen, dass Mücken aus einem Malariagebiet mit dem Flugzeug nach Deutschland gelangten und die Infektionen verursachten. (Symbolbild)


Update vom 26.08.2026, 18.17 Uhr: Zwei Tote durch Malaria am Frankfurter Flughafen

Ein zweiter Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens ist an den Folgen einer Malaria-Infektion gestorben. Der erste Todesfall ereignete sich bereits Anfang Juli, wie das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt mitteilte. Die Ursache sei jedoch erst nach dem Tod des Patienten festgestellt worden.

Der zweite Todesfall war im August und wurde am Mittwoch (26. August 2026) vom Flughafenbetreiber Fraport bekannt gegeben. Die Infektionen sollen durch Mücken aus einem Malariagebiet verursacht worden sein, die vermutlich mit dem Flugzeug nach Deutschland gelangten.

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Das Frankfurter Gesundheitsamt informierte darüber, dass insgesamt sechs Mitarbeiter betroffen waren, die sich bei ihrer Arbeit mit Malaria tropica infiziert hatten – der gefährlichsten Variante der Krankheit. Den anderen vier Infizierten geht es laut der Behörde mittlerweile wieder gut, alle seien behandelt worden.

Mückenfallen am Frankfurter Flughafen aufgestellt

Mitte Juli hatte das Robert Koch-Institut (RKI) zunächst einen Ausbruch von insgesamt vier Malaria-Fällen bei Flughafen-Mitarbeitern bestätigt. "Die betroffenen Personen erkrankten zwischen dem 4. und 6. Juli 2026", teilte das RKI in seinem "Epidemiologischen Bulletin" mit. "Es wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch eine mit dem Flugzeug importierte infizierte Anophelesmücke übertragen wurde."

Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport wurden Mückenfallen aufgestellt und auch Mücken gefangen. Diese würden nun in einem Labor untersucht, erklärte der Sprecher.

"Wahrscheinlich ist die Mücke schon tot", sagte der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Peter Tinnemann. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das von Mensch zu Mensch ausweitet, ist nicht gegeben. Das Risiko für die Frankfurter Bevölkerung ist vernachlässigbar."

Was ist Flughafen-Malaria?

Malaria ist laut dem Auswärtigen Amt eine lebensbedrohliche Krankheit, die durch Mückenstiche übertragen wird. "Besonders bei Risikogruppen kann die Krankheit zu Koma und Tod führen. Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme von vorbeugenden Medikamenten können die Erkrankung verhindern."

Das RKI erklärt, die "sehr seltene" Flughafen-Malaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, am Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.

Der letzte derartige Fall sei 2023 ebenfalls am Frankfurter Flughafen dokumentiert worden, schreibtdas Institut. "Ärztinnen und Ärzte, die Personen betreuen, die an Flughäfen mit interkontinentalen Flugverbindungen (Passagier- und Frachtflüge) arbeiten oder sich in ihrer unmittelbaren Nähe aufhalten, sollten vor allem im Sommer bei unklarem Fieber und fehlender Reiseanamnese" auch eine seltene Flughafen-Malaria in Betracht ziehen.

Malaria lässt sich gut behandeln

Auch die Ärztin des Gesundheitsamtes Frankfurt, Regina Ellwanger Berry, betonte, Flughafen-Malaria sei so selten, dass sie nicht zu den üblichen Differentialdiagnosen von Ärzten bei Personen ohne Reiseanamnese zähle. "Malaria ist gut behandelbar, wenn man weiß, dass es sich um die Malaria handelt."

Update vom 26.08.2026, 12.10 Uhr: Flughafen-Mitarbeiter stirbt an Malaria-Infektion

Ein Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens ist nach einer Malaria-Infektion gestorben. "Das können wir leider bestätigen", sagte ein Sprecher von Fraport. "Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Verstorbenen." Ursache der Infektion sollen importierte Mücken sein. Zuvor hatte hessenschau.de berichtet.

Mitte Juli hatte das Robert Koch-Institut (RKI) einen Ausbruch von insgesamt vier Malaria-Erkrankungen bei Flughafen-Beschäftigten bestätigt. "Die betroffenen Personen erkrankten zwischen dem 4. und 6. Juli 2026", schreibt das RKI in seinem "Epidemiologischen Bulletin". "Es wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch eine mit dem Flugzeug importierte infizierte Anophelesmücke übertragen wurde."

Ein Fraport-Sprecher sagte, mittlerweile wisse man von sechs Beschäftigten, die sich im Rahmen ihrer Arbeit infiziert hätten. Sie befinden sich demnach in ärztlicher Behandlung. Es seien Mückenfallen aufgestellt und auch Mücken gefangen worden, sagte der Sprecher. Diese würden jetzt in einem Labor untersucht. 

Was ist Flughafenmalaria?

Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch dämmerungs- und nachtaktive Mücken übertragen wird. "Besonders bei Risikogruppen kann die Krankheit zu Koma und Tod führen. Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme von vorbeugenden Medikamenten können die Erkrankung verhindern."

Das RKI schreibt, die "sehr seltene" Flughafenmalaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.

Der letzte solche Fall sei 2023 ebenfalls am Frankfurter Flughafen dokumentiert worden, schreibt das Institut. "Ärztinnen und Ärzte, die Personen betreuen, die an Flughäfen mit interkontinentalen Flugverbindungen (Passagier- und Frachtflüge) arbeiten oder sich in ihrer unmittelbaren Nähe aufhalten, sollten vor allem im Sommer bei unklarem Fieber und fehlender Reiseanamnese auch eine seltene Flughafenmalaria differentialdiagnostisch in Betracht ziehen."

Ursprungsmeldung vom 18.07.2026, 14.56 Uhr: Letzter Fall in Frankfurt im Jahr 2023

Vier Angestellte des Flughafens in Frankfurt haben sich mit Malaria angesteckt. Übertragen worden sei die Tropenkrankheit laut einem Sprecher des Flughafens durch eine im Flieger mitgereiste Mücke. Trotz bestehender Sicherheitsvorkehrungen könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein Insekt beispielsweise in der Fracht versteckt und beim Erreichen des Tageslichts zusticht.

Die betroffenen Angestellten arbeiteten den Angaben zufolge unter anderem in der Gepäckabfertigung. Ob sie sich derzeit in einem Krankenhaus befinden, konnte der Sprecher nicht angeben. Der letzte Malaria-Fall am Frankfurter Flughafen wurde im Jahr 2023 registriert. Auch an anderen Flughäfen kommt es laut dem Sprecher immer wieder vereinzelt zu solchen Vorfällen.

Malaria ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine lebensbedrohliche Erkrankung, wenn sie nicht behandelt wird. Zu den milden Symptomen gehören Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Es kann jedoch auch zu Verwirrtheitszuständen, Krampfanfällen und Atembeschwerden kommen.

145 Fälle in Europa von Flughafenmalaria in mehr als 50 Jahren

Malaria wird durch Anopheles-Mücken auf Menschen übertragen, wenn diese das Virus zuvor bei einem anderen Stich aufgenommen haben. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) gibt es in Deutschland vereinzelt Anopheles-Arten, die unter geeigneten Umweltbedingungen Malaria-Erreger übertragen können. Solche Fälle waren bislang jedoch äußerst selten.

Wie das RKI weiter mitteilte, sind in Deutschland fast ausschließlich Reisende von Malaria betroffen, die in einem Malaria-Gebiet durch den Stich einer Mücke infiziert wurden. Jedes Jahr werden mehrere Hundert solcher Malaria-Erkrankungen erfasst. "Malaria an einem deutschen Flughafen zu bekommen, sei hingegen ein seltenes Ereignis."

Eine Untersuchung, die versuchte, alle Fälle von Flughafen- und Gepäckmalaria von 1969 bis 2024 in Europa zu erfassen, kam auf insgesamt 145 Fälle, davon 9 in Deutschland. Generell nehme die Zahl solcher Fälle zu, weswegen überprüft werden sollte, ob Maßnahmen wie die Desinfektion von Flugzeugen wirklich eingehalten und wirksam seien.