Frankfurter Chaosnacht überschattet Gen-Z-Demonstrationen
Autor: Wolfgang Müller, Jan Brinkhus und Benjamin Haller, dpa
, Sonntag, 01. November 2026
Zunächst scheinen von den Jugendprotesten friedliche Bilder in Erinnerung zu bleiben. Doch dann kommt es bei Dunkelheit in Frankfurt und Köln zu schlimmen Szenen, die lange nachhallen dürften.
Plünderungen, Molotowcocktails auf Polizisten und eingeschlagene Schaufensterscheiben: Nach einem zunächst friedlichen Protest Zehntausender junger Menschen ist es am Abend vor allem in Frankfurt und Köln zu Gewalt und heftigen Ausschreitungen gekommen.
In beiden Städten spitzte sich nach den bundesweiten «Gen Z regelt»-Protesten die Lage am Abend zu. In der Frankfurter Innenstadt beobachteten dpa-Reporter, wie mehrere Personen in Geschäfte eindrangen und Turnschuhe und andere Gegenstände stahlen. Auch ein Waffenfachgeschäft wurde attackiert.
Die Polizei sprach ebenfalls davon, dass an mehreren Läden Scheiben eingeschlagen wurden. «Es werden zudem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen.» Mehr als 30 Personen wurden bis zum späten Abend in Frankfurt vorläufig festgenommen. Beamte seien schnell vor Ort gewesen und hätten zwei Waffen sichergestellt, sagte ein Polizeisprecher.
Drastische Maßnahme: Einkaufsstraße Zeil abgesperrt
Die Frankfurter Polizei sperrte die Einkaufsstraße Zeil ab. Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei waren in der Innenstadt im Einsatz. Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte mit Blick auf die Krawalle ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer an. «Ich bin schockiert über die Gewaltexzesse in Frankfurt. Wir haben Bilder gesehen, die wir nicht sehen wollten», erklärte Poseck auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Fensterscheibe durch geworfenen E-Scooter zu Bruch gegangen
In Köln kam es auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf Polizisten. Flaschen wurden geworfen, Fahrräder flogen, ein Mensch erlitt Verletzungen. Randalierer wurden festgesetzt. Es gab nach Polizeiangaben fünf Ingewahrsamnahmen. In einer Nebenstraße ging demnach eine Fensterscheibe durch einen geworfenen E-Scooter zu Bruch.
Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns verteidigte die kurzfristige Untersagung des Aufzugs durch die Stadt. «Wir haben Molotow-Cocktails und Nothämmer bei Vermummten sichergestellt. Wofür die mitgeführt wurden, braucht wohl keine Erläuterung!», sagte Hermanns. Er sei sich sicher, «dass wir heute am späten Nachmittag verhindert haben, dass aus Köln Bilder live gesendet werden, die an Paris und Mailand erinnern».
Zuvor waren aus Berlin Flaschen-, Böller- und Eierwürfe und aus Hamburg brennende Barrikaden gemeldet worden. In einigen Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Auch in Hannover und Bremen gab es Zwischenfälle.