Druckartikel: Forderung für Rock im Park & Co.: "Dürfen kein Ausnahmezustand werden"

Forderung für Rock im Park & Co.: "Dürfen kein Ausnahmezustand werden"


Autor: Agentur dpa

Berlin, Montag, 08. Juni 2026

Massen an Menschen feiern derzeit auf deutschen Festivals. Eine Organisation fordert jedoch noch mehr Verantwortungsbewusstsein von so manchen Veranstaltern.
Festivals bedeuten auch viel Müll. Doch der lässt sich noch weiter reduzieren, so die Deutsche Umwelthilfe. (Symbolbild)


Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in einer Mitteilung die Abfallkonzepte großer deutscher Musikveranstaltungen kritisiert. Demnach fordert die DUH nach einer Umfrage unter zehn der größten Musikfestivals in Deutschland mehr Mehrwegsysteme, eine bessere Mülltrennung sowie nachhaltigere Sanitärlösungen.

"Festivals sollen Spaß machen, aber sie dürfen kein Ausnahmezustand für die Umwelt werden", sagte die DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Viele Volksfeste und Großveranstaltungen zeigten, dass ein vollständiger Mehrwegeinsatz und konsequente Mülltrennung funktionierten. 

Toiletten und Co.: Hier hat Rock im Park Nachholbedarf

Aktuell läuft die Festivalsaison auf Hochtouren. In unserem großen Bilderüberblick finden sich beispielsweise die wildesten Bilder von Rock im Park. Neben diesem Festival hatte die DUH zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 auch die Festivals Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air zu ihrem Abfallmanagement befragt. Besonders kritisch bewertete die Organisation die aus ihrer Sicht hohe Nutzung von Einwegverpackungen bei einigen Festivals.

 

In der DUH-Umfrage erzielen Rock am Ring und Rock im Park positive Ergebnisse im Bereich der Mehrwegverwendung für Getränke und der Vermeidung von Einweg-Merchandise. Allerdings besteht beim Einsatz von Mehrweg für Speisen, der Mülltrennung und der Nutzung von Komposttoiletten noch Verbesserungsbedarf. Bei den Maßnahmen gegen die Vermüllung schneiden die Zwillingsfestivals hingegen schlecht ab und landen im roten Bereich.

Nach Angaben der DUH gehören Rock am Ring und das Schwesterfestival Rock im Park zu den wenigen Veranstaltungen, die erste Schritte beim Einsatz von Mehrwegverpackungen für Essensangebote unternommen hätten. Demnach würden an 12 von insgesamt 68 Essensständen Mehrwegverpackungen eingesetzt. Noch stehen unter anderem viele Festivals in Franken bevor, deren Konzepte unter die Lupe genommen werden können.

"Arbeiten daran": Rock am Ring mit Statement

Die Organisation fordert von Festivalveranstaltern, künftig vollständig auf Mehrweg bei Getränken und Speisen zu setzen. Zudem verlangt sie eine konsequente Mülltrennung auf Festival- und Campingflächen sowie den verstärkten Einsatz von Kompost- oder Trockentrenntoiletten.

Rock am Ring betonte auf Anfrage, Nachhaltigkeit werde als "kontinuierlicher Prozess" verstanden, bei dem insbesondere die Vermeidung von Abfällen und die Förderung von Recycling eine zentrale Rolle spielten. "Deshalb arbeiten wir laufend daran, unsere Abfallwirtschaft weiterzuentwickeln und Ressourcen möglichst lange im Kreislauf zu halten", teilte der Veranstalter mit. Dasselbe teilte Rock im Park auf Anfrage mit. 

Demnach wurde das sogenannte Green-Camping-Angebot bereits 2025 ausgebaut. Es gebe eine steigende Nachfrage nach der Camping-Option mit Fokus auf Naturschutz und Mülltrennung. Zudem setze das Festival auf optimierte Sammel- und Entsorgungssysteme sowie Aufklärungsmaßnahmen für Besucher. Im Bereich der sogenannten "Cosmic Plaza" auf dem Festivalgelände werde bereits ausschließlich Mehrweggeschirr verwendet. Eine Ausweitung des Konzepts auf weitere Bereiche sei geplant.

Rock im Park äußert sich zu Recycling

Bei Rock im Park seien etwa mit Personal besetzte Recyclingstationen eingeführt worden, um die Trennung von Wertstoffen zu verbessern und eine höhere Recyclingquote zu erzielen, teilte ein Sprecher mit. "Darüber hinaus analysieren wir die gesamte Umweltwirkung der Veranstaltung." Die Abfallentsorgung habe 2025 weniger als fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen bei dem Festival ausgemacht.

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