Flughafen Leipzig: Sprengstoff-Drohne mit Fußtritt außer Gefecht gesetzt
Autor: Agentur dpa, Moritz Kircher
, Donnerstag, 06. August 2026
Nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Noch ist vieles unklar. Klar ist hingegen: Der Mann, der die Drohne entdeckte, hatte großes Glück.
Nach dem Fund mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Viele Fragen sind nach wie vor offen. Aus den Ländern kommen Forderungen nach einem besseren Schutz der Flughäfen. Zugleich werden immer mehr Details des Vorfalls bekannt.
So hat der Mitarbeiter des Flughafens, der die Drohne in der Nacht zum Mittwoch entdeckt hatte, großes Glück gehabt. Er holte das mit einer Sprengstoffvorrichtung bestückte Fluggerät nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen mit einem Fußtritt aus der Luft und brachte es zu Boden.
Drohne mit zwei verschiedenen Sprengstoffen bestückt
Nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen hatte er die Drohne auf der Start- und Landebahn "Südpiste" bemerkt. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.
Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen ist inzwischen bestätigt, dass für den Sprengsatz die Explosivstoffe Semtex und PETN verwendet wurden. Der Plastiksprengstoff Semtex wird bei kommerziellen Sprengungen eingesetzt. Hergestellt wird Semtex normalerweise vom tschechischen Unternehmen Explosia mit Sitz im ostböhmischen Pardubice. Semtex wird bei der Herstellung üblicherweise mit Markierungsstoffen versehen, um die Herkunft rückverfolgbar zu machen.
Semtex gelangte im Kalten Krieg mehrmals in die Hände von Terroristen - so wurde der Sprengstoff beim Lockerbie-Bombenanschlag auf ein Verkehrsflugzeug über Schottland im Dezember 1988 verwendet.
Weitere Drohnensichtung am Flughafen Leipzig?
Der Flugverkehr auf der nördlichen Landebahn des Airports stand am Donnerstag weiter weitgehend still. In direkter Nähe der "Nordpiste" war die Polizei mit etwa 20 Wagen im Einsatz, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. Dass die Polizeikräfte nach dem zweiten, bisher unbekannten Flugobjekt suchen, mit dem in der Nacht zu Mittwoch eine DHL-Maschine kollidierte, bestätigte die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Dresden nicht.
Seit dem Morgen starteten und landeten Flugzeuge den Beobachtungen zufolge wieder auf der sogenannten Südpiste, die zuvor noch gesperrt war. Dort war in der Nacht zum Mittwoch die Drohne mit der Sprengvorrichtung entdeckt worden. Sie befand sich nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.