Fitnessstudio-Boom: Das sind die wichtigsten Trends
Autor: Wolf von Dewitz, dpa
, Donnerstag, 16. April 2026
Ob Laufen, Hanteln stemmen oder Rückentraining: Fitness-Übungen sind wichtig, um den Körper in Form zu halten. Bei einer Kölner Messe wird der Body-Kult wieder schweißtreibend zelebriert.
Deutschlands Fitnessstudios boomen. Laut einer Studie des Branchenverbandes DSSV und der Beratungsgesellschaft Deloitte haben die etwa 9.600 Standorte rund 12,4 Millionen Mitglieder - das ist ein Höchstwert. «Wir sind stark wie nie, die Branche floriert», sagt DSSV-Chef Thomas Wessinghage zum Auftakt der Fitnessmesse Fibo in Köln. Doch noch immer täten Millionen Menschen zu wenig für ihre Fitness, das Marktpotenzial sei groß. Die Branchentrends im Überblick.
Mehr Kraft und weniger Ausdauer
«Cardio ist out», sagt ein Studiobetreiber, der namentlich nicht genannt werden möchte. Damit meint er Laufband, Rudergerät, Stepper und Spinning-Bikes. Andere Studiobetreiber bestätigen das teilweise, wählen aber moderatere Worte. So heißt es vom McFit- und John-Reed-Mutterkonzern RSG, die Flächenaufteilung sei in den vergangenen Jahren in den Studios «klar in Richtung Kraft, Functional Training und Freiflächen verschoben» worden.
Mit Functional Training sind Übungen gemeint, die nicht an festen Geräten stattfinden, sondern auf Freiflächen - etwa Kniebeugen, Ausfallschritte oder Übungen mit dem Medizinball. Der reine Cardio-Anteil sei kleiner geworden, heißt es von RSG. FitX hat seine Freiflächen - «Turnecke» genannt - ebenfalls vergrößert, und auch Fitness First berichtet von «etwas weniger klassischen Cardiogeräten» und einer steigenden Nachfrage nach Krafttraining und funktionellem Training.
Eine Sonderrolle nimmt gewissermaßen das Hyrox-Training ein, bei dem sich Laufen und Workouts abwechseln. Hierzu gibt es spezielle Wettkämpfe, auch bei der Fibo schwitzen Hyrox-Fans um die Wette.
Aggregatoren (Multi-Anbieter-Plattformen)
Neben den Mitgliedern eines Studiobetreibers gibt es der Studie zufolge Menschen, die Zugang zu Fitnessstudios, Schwimmbädern, Pilates-Studios und anderen Sportanlagen über «Aggregatoren» bekommen, etwa Urban Sports Club. Diese Firmen haben keine eigenen Studios, sondern sind gewissermaßen Untermieter der Betreiber.
Die Aggregatoren-Kunden sind nicht gebunden an einzelne Studios, sondern sie haben Zugriff auf ein großes Angebot verschiedener Betreiber. Das kann hilfreich sein, wenn man beruflich viel unterwegs ist, und es kommt denen zugute, die flexibel unterschiedlichen Sport machen wollen.
Der Aggregatoren-Markt boomt, der Studie zufolge griffen 2025 in Deutschland 1,47 Millionen Menschen auf die Plattformen zurück und damit 21,5 Prozent mehr als 2024. Studiobetreiber sehen die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Einerseits lernen dadurch auch mal Menschen ihre Anlagen kennen, die sonst nicht gekommen wären. Andererseits drohen feste Studiomitglieder zu kündigen, um mit Aggregatoren flexibler aktiv zu sein.