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Filderstadt: Verweste Leiche in Koffer entdeckt - wie der Angeklagte sich verriet


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Filderstadt, Samstag, 25. Juli 2026

Ein Koffer am Bachlauf, ein schrecklicher Geruch: Bauhof-Mitarbeiter entdecken eine verweste Leiche. Viele Fragen bleiben offen. Dennoch verhängt das Gericht eine hohe Strafe.
Eine Polizistin steht an einer Brücke am Stadtrand von Filderstadt. In Filderstadt wurde ein Koffer mit einer Leiche darin unter einer Brücke an einem kleinen Bachlauf gefunden. Der wegen Totschlags angeklagte Mann soll eine Frau zwischen Ende Juli und Anfang August 2025 umgebracht haben und die Leiche anschließend in einen Rollkoffer verpackt und diesen mit Folie und Müllbeuteln umwickelt haben.


Update vom 25.07.2026: Angeklagter im Prozess um Kofferleiche verurteilt

Ein Jahr nach dem Fund einer Frauenleiche in einem Reisekoffer unter einer Brücke in Filderstadt ist das Urteil gefallen. Das Landgericht Stuttgart verurteilt einen 51-Jährigen wegen Totschlags zu zwölf Jahren Haft. Nach Überzeugung der Kammer tötete er im Sommer 2025 eine 39-jährige Bekannte und entsorgte ihre Leiche in einem Trolley. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 14 Jahren gefordert. Der Fall zählt zu den rätselhaftesten Tötungsdelikten der letzten Jahre in Baden-Württemberg. Was hinter dem grausamen Fall steckt:

Im August 2025 beklagen sich Bewohner von Filderstadt über Müll, der in einem ausgetrockneten Bachbett unter einer Brücke abgeladen wurde. Ein süßlich-stechender Geruch liegt laut ihren Aussagen schon seit Tagen in der Luft. Als Mitarbeiter des Bauhofs einen zurückgelassenen Rollkoffer öffnen, machen sie eine schreckliche Entdeckung: Darin befinden sich die sterblichen Überreste einer Frau. Später wird sie als 39-Jährige identifiziert, die dem Stuttgarter Drogenmilieu zugerechnet wird. Der Fall sorgt bundesweit für Schlagzeilen.

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Der Leichnam hat wochenlang in der Sommerhitze gelegen und ist stark verwest, teilweise bereits skelettiert. Eine Todesursache lässt sich nicht mehr feststellen. Die Ermittler gründen die Sonderkommission "Trolley", verteilen Flyer im Drogen- und Obdachlosenmilieu, veröffentlichen Bilder des Koffers, befragen Anwohner und stellen den Fall in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" vor. Kurz vor der Ausstrahlung meldet sich ein anonymer Hinweisgeber: Er will einen Bekannten mit genau diesem Rollkoffer gesehen haben. Die Spur führt zu dem Angeklagten.

Viele Aspekte ungeklärt

Nach Überzeugung des Gerichts tötet der 51-Jährige die Frau vermutlich am 23. Juli 2025 in der Wohnung seiner Eltern in Filderstadt – auf eine Weise, die bislang unklar ist. Anschließend kauft er in der Stuttgarter Innenstadt einen großen Rollkoffer, fesselt die Beine der nur 1,50 Meter großen Frau mit einer Krawatte, packt den Leichnam in dem Trolley und umwickelt ihn mit Folie und Müllsäcken. Zunächst lagert er den Koffer auf seinem Balkon, später bringt er ihn unter die Brücke, wo er wochenlang unentdeckt bleibt.

Kaum ein Aspekt lässt sich mit letzter Sicherheit klären: Weder die Todesursache noch das Tatmotiv sind bekannt, unmittelbare Tatzeugen gibt es ebenfalls nicht. Das Verfahren basiert auf Indizien. Obwohl das Gericht einen Mord nicht ausschließt, wird der Angeklagte lediglich wegen Totschlags angeklagt und verurteilt. Mordmerkmale wie Habgier oder Heimtücke können nicht bewiesen werden. Sicher sei jedoch, dass der Mann den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen habe, so das Gericht.

Trotz der vielen offenen Fragen hat das Gericht nach eigenen Angaben keinen Zweifel an der Täterschaft. Ein natürlicher Tod, eine Überdosis oder ein Suizid seien ausgeschlossen. Die 39-Jährige sei einen Tag vor ihrem Verschwinden noch gesund in ihrer Substitutionspraxis erschienen und habe Zukunftspläne gehabt. "Eine andere Todesursache als einen gewaltsamen Tod schließen wir aus", sagt die Richterin.

Indizien wiegen schwer

Die Indizien sind belastend: Täter und Opfer lernen sich Erkenntnissen der Ermittler zufolge wenige Wochen vor der Tat im Stuttgarter Drogenmilieu kennen und werden mehrfach gemeinsam gesehen – auch im Haus des Angeklagten. Als die Polizei dessen Wohnung durchsucht, ist sie auffällig gründlich gereinigt und teilweise frisch gestrichen. Selbst im Staubsaugerbeutel finden die Ermittler keine Haare mehr. Der Rollkoffer wird nur rund 150 Meter von der Wohnung entfernt entdeckt. Zudem fehlt an einem Anzug des Vaters des Angeklagten genau jene Krawatte, mit der die Beine der Toten zusammengebunden wurden. Das besondere Modell einer türkischen Marke sei in Deutschland gar nicht erhältlich gewesen, betont das Gericht.

Besonders schwer wiegt für das Gericht der Suchverlauf des Angeklagten. Über Wochen hinweg recherchiert der 51-Jährige, wie sich Spuren einer Leiche beseitigen lassen, wie eine Ausreise in die Türkei möglich wäre, worin sich Mord und Totschlag juristisch unterscheiden und in welches Gefängnis Untersuchungshäftlinge kommen. Immer wieder tippt er Anfragen wie "Leichenfund Filderstadt heute" oder "Katze gestorben auf Terrasse Geruch beseitigen" in die Suchzeile. Für einzelne Suchanfragen gebe es womöglich noch harmlose Erklärungen, sagt die Richterin - aber nicht in ihrer Gesamtheit.

Der Angeklagte schweigt über weite Strecken des Prozesses. In seinem letzten Wort erklärt er lediglich, die 39-Jährige nicht gekannt zu haben. Seine Verteidigung fordert Freispruch und kündigt nach dem Urteil Revision an. Es gebe Hinweise darauf, dass mehrere Personen beteiligt gewesen sein könnten, argumentiert der Anwalt. Viele Fragen seien offen geblieben. Er sei von der Unschuld seines Mandanten weiterhin überzeugt.

Update vom 19.09.2025: Koffer mit Leiche in Filderstadt - Festnahme nach Hinweis vor "Aktenzeichen XY ... ungelöst"

Nach dem Fund einer verwesten Frauenleiche in einem Koffer in Filderstadt bei Stuttgart ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Ein Haftrichter erließ gegen den 51-Jährigen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts einen Untersuchungshaftbefehl, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Der Türke nutzt sein Aussageverweigerungsrecht.

Mitarbeiter eines Bauhofs hatten die Frauenleiche Ende August 2025 in einem Wohngebiet unter einer Brücke gefunden, stark verwest und teils skelettiert. Die 40-Jährige ist identifiziert und soll aus Stuttgart stammen. Zur Todesursache, der Nationalität der Toten und zu möglichen Hintergründen wurde bislang nichts bekanntgegeben.

Ermittler suchten unter anderem mit einem Flyer im Drogen- und Obdachlosenmilieu in Stuttgart nach Hinweisen. Am Mittwochabend (17. September 2025) wurde der Fall auch in der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" im ZDF präsentiert. Laut Polizei gingen einige Hinweise ein.

Frau soll seit zwei Monaten tot sein 

Kurz vor der Ausstrahlung der TV-Sendung war der Mitteilung zufolge bei der Sonderkommission Trolley ein Zeugenhinweis eingegangen, wodurch die Ermittler auf die Spur des nun festgenommenen Mannes kamen. Nachdem sich der Tatverdacht gegen ihn erhärtet habe, hätten Einsatzkräfte am Donnerstag die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht und ihn festgenommen.

Details dazu nannten die Behörden nicht. "Die intensiven, kriminalpolizeilichen Ermittlungen der Sonderkommission zu diesem Fall dauern weiter an", hieß es.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge ist die Frau möglicherweise seit fast zwei Monaten tot gewesen. Zumindest wurde sie laut Polizei zuletzt am 21. Juli dieses Jahres in Stuttgart gesehen. Die Frau galt als vermisst. Für die Aufklärung der Tat hat die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt. 

Update vom 29.08.2025, 21.20 Uhr: Koffer mit Leiche im Bach - Soko "Trolley" vor einem Rätsel

Unter einer Brücke und in unmittelbarer Nähe eines Spielplatzes haben Mitarbeiter eines Bauhofs eine schaurige Entdeckung gemacht: Nach einem Hinweis auf einen Koffer in einem Bach am Stadtrand von Filderstadt nahe Stuttgart fanden sie die Überreste eines Menschen.

Die Leiche muss schon länger in dem Koffer gewesen sein, denn sie ist laut Angaben der Staatsanwaltschaft stark verwest und teilweise bereits skelettiert. Anwohner hatten den süßlich-stechenden Geruch eigenen Aussagen zufolge bereits seit geraumer Zeit wahrgenommen.

Die beiden Hunde von Petra Hanke erschnupperten den grausamen Fund beim täglichen Spaziergang schon früh. "Da ist mir schon ein bisschen mulmig geworden", sagt die 62-Jährige. Erst zwei Tage später bemerkte Hanke es auch. "Da muss irgendwas unter der Brücke sein."

Viele Fragen noch unbeantwortet

Auch am Tag nach der Entdeckung in der Nähe eines Spielplatzes sind Experten des Landeskriminalamtes vor Ort, Anwohner oder Spaziergänger werden befragt, eine Drohne überfliegt den Fundort an einem Bachlauf. Die 44-köpfige Sonderkommission "Trolley" versucht nun, Licht ins Dunkel der Ermittlungen zu bringen. Denn viele der wichtigsten Fragen sind noch völlig offen.

Rechtsmediziner konnten zumindest eine davon bereits beantworten: Im Koffer lag eine tote Frau. Das habe die Obduktion ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Aber das Alter, die Todesursache und wann die Frau ums Leben kam - all das bleibt noch ein Rätsel. "Wir wissen bislang noch nicht, um wen es sich bei der Toten handelt", sagte Polizeisprecher Michael Schaal in Reutlingen. Auch die Todesursache sei noch unbekannt. "Und wir können außerdem nicht sagen, wie lange der Koffer in dem Bach gelegen hat."

Händeringend wird auch nach Zeugen gesucht, die in den vergangenen Wochen in dem Wohngebiet am nördlichen Ortsrand etwas Verdächtiges gesehen haben könnten. Einen Menschen mit Koffer vielleicht oder auffällige Autos. Vermisstenfälle seien nicht bekannt, sagte Schaal. Eine Sprecherin der Stadt sagte den Stuttgarter Nachrichten, Bauhof-Mitarbeiter würden psychologisch betreut, sollten sie die Unterstützung benötigen.

Kofferleichen beschäftigen wiederholt die Ermittler 

Was klingt wie ein außergewöhnlicher Fall, kommt im Alltag von Ermittlern immer mal wieder, aber auch nicht häufig vor.

Erst Ende Februar fand die Wiener Polizei nach einem Hinweis eine zerstückelte Leiche in einem Koffer - stranguliert, zerstückelt und in Plastik verpackt. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen - er hatte Schulden bei dem Opfer.

Zwei Jahre zuvor wurden zwei Männer wegen gemeinschaftlichen Mordes an ihrer Schwester in Berlin zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatten sie im Juli 2021 ihre Schwester ermordet und die Leiche in einem Rollkoffer mit dem Zug quer durch Deutschland bis nach Donauwörth transportiert. Dort vergruben sie die Tote im Wald. Die zweifache Mutter habe nach eigenen Vorstellungen leben wollen, das habe aber nicht den Moralvorstellungen der afghanischen Familie entsprochen, urteilte die Kammer.

Leichen auch im Stuttgarter Schlosspark 

Der schreckliche Fund von Filderstadt erinnert auch an den Fall von zwei Stuttgarter Kofferleichen aus dem Jahr 2014. Im Alkoholrausch waren der Mann und die Frau an Himmelfahrt von ihrem Zechkumpanen umgebracht worden. Der Täter, ein damals 48 Jahre alter Mann, war daraufhin zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Zuvor war die Suche nach ihm lange erfolglos geblieben, auch ein Aufruf in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" hatte keine entscheidenden Hinweise - bis eine DNA-Spur die Polizei zu ihm führte.

Nur ein Jahr darauf wird eine Kofferleiche am Berliner Spreeufer entdeckt, der Täter später zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er soll seine Bekannte im Juni 2015 in einem Streit in seiner Galerie erstochen haben.

Ursprungsmeldung vom 29.08.2025, 10.55 Uhr: Bauhof-Mitarbeiter macht grausigen Fund - stark verweste Leiche in Koffer 

Grausiger Fund in Baden-Württemberg: Bauhof-Mitarbeiter haben in einem Koffer am Stadtrand von Filderstadt (Kreis Esslingen) eine Leiche entdeckt -stark verwest und zum Teil bereits skelettiert.

Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, ohne weitere Details zu nennen. Die Polizei nahm noch am Fundort Ermittlungen auf. Eine 44-köpfige Sonderkommission wurde eingerichtet und eine Obduktion angeordnet.

Dem Bauhof war zuvor gemeldet worden, dass an einem Bachlauf im Stadtteil Bonlanden ein Koffer lag. Herbeigerufene Mitarbeiter stellten Verwesungsgeruch fest und öffneten das Gepäckstück. Die Leiche war den Angaben zufolge am späten Donnerstagvormittag gefunden worden. Weitere Hintergründe sowie Geschlecht, Alter sowie Todesursache und Todeszeitpunkt sind unklar. Die Obduktion solle hierzu mehr Klarheit bringen, wie es weiter hieß. Zeugen würden dringend gesucht.

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