Feuerinferno in Miramar Weinheim: Feuerwehrleute "haben teilweise nichts gesehen"
Autor: Agentur dpa, Jessica Becker
Weinheim (Bergstraße), Montag, 09. Dezember 2024
Ein schwerer Brand brach in der Nacht in Weinheims bekanntem Miramar Erlebnisbad aus und richtete erheblichen Schaden an. Während die Feuerwehr mit der Bekämpfung fortbestehender Glutnester beschäftigt ist, bleibt das weitere Schicksal des beliebten Ausflugsziels vorerst ungeklärt.
Ein Großbrand hat in der Nacht zum Montag (9. Dezember 2024) den Thermen-Bereich des Erlebnisbads Miramar in Weinheim völlig zerstört. Das Bad, das auch bei Gästen aus Rheinland-Pfalz beliebt ist, bleibt zunächst geschlossen, denn auch mehr als zwölf Stunden nach dem Notruf ist die Feuerwehr noch immer im Einsatz.
Viele Fragen sind noch offen. Ein Supermarkt hat während der Löscharbeiten, den Helfern unter die Arme gegriffen. In Sachsen schockiert derzeit der Fund mehrerer Leichen - darunter drei Kinder.
Update, 13.51 Uhr: Zeitweise 200 Feuerwehrleute bei Großbrand in Miramar in Weinheim im Einsatz
Mehr als zwölf Stunden nach der Alarmierung gibt es immer noch Brand- und Glutnester im Innern des Bereichs, der von dem heftigen Brand in der Nacht auf Montag betroffen war. Die Feuerwehrleute Sebastian Singer, Darwin Höhnle und Sören Eibeldinger, Mittelbachs Stellvertreter, haben das Gebäude mit Atemschutzmasken erneut betreten. Die Feuerwehrleute "sind an ihre Grenzen gegangen", heißt es von der Feuerwehr Weinheim. Den Kameraden sei die Erschöpfung anzusehen.
Video:
"Ich kann meinen Leuten nur den größten Respekt zollen", sagt Mittelbach, der den Einsatz geleitet hat. "Wir sind heute Nacht ins Gebäude, das innen schwarz war vom Rauch, wir haben teilweise nichts gesehen", beschreibt er. Nicolas Steinhart aus der Geschäftsführung des Erlebnisbads, bedankt sich für den Einsatz, der offensichtlich Schlimmeres verhindert hat.
Zwar sei das Gebäude der Therme komplett ausgebrannt, aber die vordere Fassade steht noch, und der Bereich des Familienbades sowie der Saunabereich scheinen auf den ersten Blick unversehrt. Der Einsatz war enorm. Zeitweise waren etwa 200 Personen im Einsatz, darunter die Feuerwehren der Umgebung, das THW, weitere Rettungskräfte des DRK, sogar aus Mannheim und Viernheim und dem Kreis Bergstraße, sowie die Werksfeuerwehr der Firma Freudenberg.
Es wurden enorme Mengen Wasser benötigt, berichtet Kommandant Mittelbach. Zwischenzeitlich wurde auch Wasser aus dem Schwimmbecken des Bades entnommen, um damit zu löschen. Sogar die Computer und wichtige Kundendateien der Physio-Praxis wurden gerettet. In der Nacht war Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Andreas Buske vor Ort. Am frühen Morgen telefonierte Oberbürgermeister Manuel Just mit dem Kommandanten, um Lob und Respekt auszudrücken. "Ein ganz starker Einsatz", lobte der OB.
Zur Brandursache konnte am Montag noch niemand genaue Angaben machen. Sie wird noch ermittelt. Der Schaden wurde zunächst auf eine zweistellige Millionensumme geschätzt. Für das Miramar wird nun entscheidend sein, wie schnell der Badebetrieb ohne Therme wiederaufgenommen werden kann, denn das Gebäude ist definitiv nicht nutzbar. Ob es abgerissen werden muss, war am Montag noch nicht klar. Die Weihnachtsferien stehen bevor; die nächsten drei Wochen sind für das Familien- und Freizeitbad jene mit den höchsten Besucherzahlen.