Drei Tote bei Sturz von Aussichtsturm im Harz - "suizidaler Hintergrund"
Autor: Agentur dpa
Altenau, Donnerstag, 16. Juli 2026
Zwei Erwachsene und ein Kind sterben nach einem Sturz von einem 65 Meter hohen Aussichtsturm im Harz. Nun gibt es erste schockierende Erkenntnisse zum Hintergrund.
Drei Menschen sind bei einem Sturz von einem Aussichtsturm im Harz gestorben. Zwei Erwachsene und ihr Kind kamen ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Der Einsatz am Donnerstagnachmittag (16. Juli 2026) im niedersächsischen Altenau (Landkreis Goslar) hatte einen suizidalen Hintergrund. Demnach handelte es sich um eine Familie. Laut Polizei lag kein technischer Defekt am Turm vor. Zuerst hatte die Goslarsche Zeitung berichtet.
Zahlreiche Rettungskräfte und Polizisten sind vor Ort. Die Feuerwehr wurde gegen 16.45 Uhr alarmiert. Sie sperrte die Einsatzstelle ab und errichtete Sichtschutzwände. Auch das Kriseninterventionsteam des Landkreises ist im Einsatz.
Drei Tote bei Sturz von Harzturm bei Altenau
Der Harzturm ist ein 65 Meter hoher Aussichtsturm im Oberharz. Nach Betreiberangaben ist er der höchste deutsche Aussichtsturm in Holz-Stahl-Konstruktion. Der rund zehn Millionen Euro teure Bau, den Land und Bund mit etwa 1,4 Millionen Euro förderten, bietet zwei Aussichtsplattformen und einen "Skywalk" mit Glasboden in 45 Metern Höhe.
Video:
Der Aufstieg ist zu Fuß über Treppen und per Fahrstuhl möglich, hinunter geht es unter anderem über eine 110 Meter lange Rutsche. Im Gebäude befinden sich zudem ein Restaurant und ein Souvenirshop.
Die Fertigstellung hatte sich mehrfach verschoben - nach Angaben der Betreiber wegen der Corona-Pandemie, des Kriegs gegen die Ukraine und der Energiekrise. Der erste Spatenstich war im Mai 2021, offiziell eingeweiht wurde der Turm am 1. November 2024 durch Niedersachsens damaligen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD). Vollständig nutzbar waren alle Bereiche erst später.
Hinweis der Redaktion: Wir berichten für gewöhnlich nicht über Selbstmorde. Eine Ausnahme bilden Fälle von großem öffentlichen Interesse. Bei der Telefonseelsorge erreichst du unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Hilfe in schwierigen, möglicherweise ausweglos erscheinenden Situationen. Innerhalb von Bayern kannst du dich alternativ unter der 0800-6553000 beim Netzwerk Krisendienste Bayern melden. Dort bekommst du rund um die Uhr qualifizierte Hilfe in psychischen Krisen und Notfällen. Unter www.frnd.de ("Freunde fürs Leben") findest du zudem weitere Informationen und Hilfsangebote.