Der Mega-Deal der US-Filmstudios sorgt seit Monaten für Diskussionen. Wettbewerbshüter in mehreren Ländern prüfen, in den USA gab es gerade einen Gerichtsbeschluss. Jetzt hat Brüssel entschieden.
Die EU-Kommission hat der Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount unter Auflagen zugestimmt. Dabei geht es um den Vertrieb von Filmen in Europa, wie aus einer Mitteilung der Brüsseler Wettbewerbshüter hervorgeht.
Die Brüsseler Behörde prüft große geplante Zusammenschlüsse, die Auswirkungen auf den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt haben könnten. Das betrifft auch ausländische Unternehmen mit hohem Umsatz, die auch in der EU tätig sind.
Warner Bros. Discovery und Paramount betreiben dort jeweils unter anderem Streamingdienste (Paramount+, Max), lizenzieren Filme und TV-Formate an europäische Fernsehsender und verleihen Filme. Die EU-Kommission stellte fest, dass es im Bereich der Filmproduktion trotz einer Übernahme genügend Wettbewerber im Europäischen Wirtschaftsraum geben wird. Als Beispiele nannte sie andere große US-Filmstudios wie Disney, NBC Universal (Universal) und Sony, «kleinere US-Studios wie Amazon MGM, A24 und Lionsgate sowie europäische Filmstudios».
Änderungen bei Filmvertrieb
Beim Vertrieb von Filmen sah die Kommission aber eine zu hohe Marktkonzentration. Paramount Pictures und Universal Pictures vertreiben über das Gemeinschaftsunternehmen United International Pictures (UIP) Filme an Kinobetriebe.
«Durch die Transaktion wären auch die Filme von Warner über UIP vertrieben worden. Ohne Gegenmaßnahmen hätte dies zu ungünstigeren Miet- und Vertriebsbedingungen für Kinobetreiber geführt und letztlich Verbraucher benachteiligt», bemängelt die EU-Kommission. Paramount habe deshalb verschiedene Verpflichtungen angeboten, die sicherstellen, dass die Filme des fusionierten Unternehmens nicht gemeinsam mit Filmen von Universal oder Disney vertrieben werden.
So muss Paramount nun innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion seine Beteiligung an UIP im Europäischen Wirtschaftsraum beenden. Für zehn Jahre darf Paramount zudem keine Vereinbarungen oder Absprachen mit Universal über den gemeinsamen Vertrieb von Filmen in Europa abschließen und für den Vertrieb von Warner- oder Paramount-Filmen nicht den gleichen Kinofilmvertrieb nutzen wie Disney und Universal. Ein unabhängiger Treuhänder überwacht die Umsetzung.
Der Filmverleih United International Pictures (UIP) mit Hauptsitz in London war 1981 gegründet worden. Darüber werden nach UIP-Angaben weltweit mehr als 1.000 Filme unter Lizenz vertrieben, davon mehr als 100 Oscar-Preisträger - zum Beispiel «Der Pate» und «Breakfast at Tiffany's».