Erstmals Wurst des Jahres gekürt - Preis geht auch nach Franken
Autor: Moritz Kircher, Agentur dpa
Mühlhausen (Thüringen), Samstag, 07. November 2026
In Deutschland gibt es rund 3600 Wurstsorten. Eine neue Auszeichnung will diese Vielfalt würdigen. Und bei der ersten Vergabe geht der Preis gleich an ein fränkisches Rezept.
Der sogenannte Bauernseufzer ist erste "Wurst des Jahres" in Deutschland. Die grobe, kalt geräucherte Spezialität aus Schweinefleisch, Sellerie und Gewürzen kommt vor allem in Franken und der Oberpfalz auf den Tisch.
Gekürt wurde die Spezialität beim "Wurstival" im Deutschen Bratwurstmuseum im thüringischen Mühlhausen - das Museum gehörte zu den Initiatoren der Auszeichnung. Eine sechsköpfige Fachjury wählte den Sieger aus. Der Bauernseufzer setzte sich gegen vier Mitbewerber durch, wie Museumsgeschäftsführer Thomas Mäuer sagte.
Bauernseufzer sind kalt und warm eine Delkatesse
Zur Wahl standen fünf Kandidaten, die die Wurstvielfalt in Deutschland repräsentieren: Neben überregional bekannten Spezialitäten wie der Berliner Currywurst und der Münchner Weißwurst waren auch Bremer Pinkel und Krakauer nominiert. Jede Sorte hat ihre eigene Rezeptur und ihre eigene Tradition.
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Der Bauernseufzer kann kalt zum Brot gegessen werden, soll aber auch warm schmecken. Er könne auch in deftigen Gerichten mitgegart werden, so die Jury. Besonderen Charakter verleihe der Wurst der Naturdarm, das kräftige Raucharoma und der ungewöhnliche Name.
Wie kommt der Bauernseufzer zu seinem Namen?
Aber woher kommt eigentlich der Name Bauernseufzer? Zur Entstehungsgeschichte gibt es zwei Versionen, wie das Portal "Genusserbe Bayern" berichtet.
- Version 1: Als Zutat für die geräucherte Wurst wurde nur das beste Fleisch benutzt. Und das muss natürlich auf den Tisch, wenn Besuch kommt, was manche Bauern schwer fiel und sie zu Seufzern bewegt habe.
- Version 2: Zehn Monate Winter und zwei Monate kalt - das sagt man über die Oberpfalz gerne. Die Bauern dort klagten daher oft über schlechtes Wetter und niedrige Erträge. Die Seufzer der Landwirte sollen dabei so lange sein wie die beliebte Wurst.
In Deutschland gibt es nach Angaben des Bratwurstmuseums rund 3.600 Wurstsorten, die für handwerkliches Wissen, überlieferte Rezepturen und regionale Besonderheiten stehen. Die Auszeichnung soll dem Schutz dieser Vielfalt dienen, sagte Thomas Mäuer. Co-Initiator der Auszeichnung ist der Zentralverband Naturdarm. Natürlicher Darm etwa vom Rind oder Schwein dient seit Jahrhunderten als Wursthülle.