Entlastung bei Spritpreisen - wie geht es jetzt weiter?
Autor: Ulrich Steinkohl und Burkhard Fraune, dpa
, Samstag, 19. Sept. 2026
Tankrabatt und Spritpreisdeckel: Wie schnell kommen die Entlastungen für Autofahrer und Unternehmen? Und wer profitiert am stärksten?
Es gibt eine Einigung in der Bundesregierung und mit den Bundesländern, wie die hohen Spritpreise in Deutschland ein wenig gedrückt werden. Die Instrumente heißen Tankrabatt, also eine Steuersenkung, und Spritpreisdeckel, das ist ein Maximalpreis für einen bestimmten Zeitraum. Zu beiden Mitteln gibt es Festlegungen, aber manches muss noch geklärt werden.
Wie sollen die hohen Spritpreise gesenkt werden?
Das erste Entlastungsinstrument ist unter dem Namen Tankrabatt bekannt. Damit gemeint ist eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14 Cent pro Liter. Dadurch sinkt auch die darauf erhobene Mehrwertsteuer, insgesamt ergibt sich eine Steuersenkung von knapp 17 Cent pro Liter.
Das zweite Instrument ist der Spritpreisdeckel. Dabei wird vom Staat ein Höchstpreis für Sprit festgelegt. Eine Behörde berechnet regelmäßig die maximal erlaubten Preise für Benzin und Diesel anhand verschiedener Faktoren. So werden neben dem Brennstoffpreis auch etwa die Kosten für Transport, Lagerung, Versicherung und Verluste berücksichtigt. Den Unternehmen wird auch eine bestimmte Gewinnspanne zugestanden.
Drittens sollen zu Beginn des neuen Jahres weitere «zielgerichtete Maßnahmen» für Bürger vor allem mit kleinen und mittleren Einkommen sowie für Unternehmen geprüft werden.
Wann sollen diese Entlastungen wirksam werden?
Der Tankrabatt soll möglichst ab 1. Oktober bis Ende dieses Jahres gelten, drei Monate lang. Spätestens zum 1. Januar 2027, also an den Tankrabatt anschließend, soll der Preisdeckel eingeführt werden, nicht auf Dauer, sondern solange die Krise anhält.
Kommt die Steuersenkung bei den Verbrauchern an?
Das lässt sich erst anschließend sagen, aber die Erfahrung lehrt: Die Konzerne dürften den Rabatt an die Kundschaft weitergeben, möglicherweise aber nicht vollständig. Das haben Analysen des Tankrabatts in den Monaten Mai und Juni gezeigt, etwa durch das Bundeskartellamt und die Monopolkommission, auch wenn die Mineralölwirtschaft betonte, die Steuererleichterung «durchweg und in voller Höhe» weitergegeben zu haben.
Laut Münchner Ifo Institut war die Entlastung bei Super E5 und Super E10 nahezu vollständig auch an den Zapfsäulen zu spüren. Beim Diesel aber wurden nur durchschnittlich 12 Cent pro Liter weitergegeben - deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer gesenkt wurde. Nach Auslaufen des Rabatts Ende Juni zogen die Preise wieder an.
Was sind die nächsten Schritte bis zur Entlastung?
Soll der Tankrabatt wie geplant zum 1. Oktober greifen, ist ein Gesetzgebungsverfahren im Expresstempo nötig. Der Vorteil: In der kommenden Woche tagen sowohl Bundestag als auch Bundesrat. «Die Fraktionen werden das Paket nun so schnell wie möglich beraten und beschließen, damit die Menschen und die Unternehmen zügig entlastet werden», sagte die Geschäftsführerin der Unionsfraktion, Catarina dos Santos-Wintz (CDU), der «Rheinischen Post».