Ende des Tankrabatts: Lieber noch mal vollmachen - nur wann?
Autor: Christof Rührmair und Andreas Hoenig, dpa
, Dienstag, 23. Juni 2026
Die Steuerentlastungen an der Zapfsäule gelten nur noch bis Ende Juni. Wie läuft der Wechsel, was hat die 1,6 Milliarden teure Maßnahme gebracht und wie geht es weiter?
Zwei Monate lang gilt der Tankrabatt - bald läuft er aus. Noch bis Monatsende sind die Steuerentlastungen wirksam. Was jetzt passiert.
Steigen die Spritpreise?
Davon ist auszugehen. Für Sprit, der am 1. Juli das Tanklager oder die Raffinerie verlässt, gilt wieder die alte, höhere Steuer. Inklusive Mehrwertsteuer macht das 16,7 Cent pro Liter aus. Der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer, sagt: «Es ist zu befürchten, dass die Preise in etwa um diese Summe nach oben gehen werden.»
Wann?
Hier gibt es eine Besonderheit, denn nach der geltenden 12-Uhr-Regel, dürfen die Preise nur um 12.00 Uhr mittags angehoben werden, nicht um Mitternacht, wenn der Steuerrabatt endet. Eine Ausnahme für das Ende des Tankrabatts ist laut Wirtschaftsministerium nicht vorgesehen. Möglicherweise werden daher einzelne Tankstellen bereits am 30. Juni mittags die Preise stärker anheben oder am Nachmittag langsamer senken. Bei vielen wird der große Preissprung aber wohl am 1. Juli mittags kommen.
Da für die Steuer nicht der Verkaufszeitpunkt, sondern dessen Lieferung entscheidend ist, dürften die allermeisten Tankstellen am Vormittag des 1. Juli noch steuerlich verbilligten Sprit haben. Teilweise auch darüber hinaus. «Eigentlich dürften die Preise erst in den ersten Juli-Tagen steigen», sagt Laberer, hält das aus den Erfahrungen mit dem ersten Tankrabatt im Jahr 2022 aber für unwahrscheinlich.
Kostet Sprit dann wieder mehr als 2 Euro pro Liter?
«Wenn die Entspannung bei den Ölpreisen anhält, müssten die Spritpreise fairerweise auch ohne Tankrabatt unter 2 Euro bleiben», sagt Laberer. Darauf deuten die Preise der letzten Tage zumindest bei Diesel und auch E10 hin. Bei E5 - dem «normalen» Superbenzin wird es knapp.
Wann sollten Autofahrer tanken?
«Auf jeden Fall noch im Juni und am späten Vormittag», rät Laberer. «Da es kurz vor dem täglichen Preissprung um 12.00 Uhr, wenn Benzin am billigsten ist, möglicherweise Schlangen an den Tankstellen geben könnte, sollte man dabei nicht zu knapp kalkulieren.» Das gilt angesichts der Unsicherheit, wann die Preise steigen, auch für den Tag: «Mit dem 29. Juni ist man wahrscheinlich auf der sicheren Seite.»
Was hat die Aktion gekostet?
Den Bund kostet der Tankrabatt rund 1,6 Milliarden Euro - das war die Schätzung des Finanzministeriums. Wie viel die Steuerentlastung am Ende wirklich gekostet hat, wird erst in mehreren Monaten klar sein, heißt es von dort. Die von der Koalition eingesetzte Taskforce begründete das Auslaufen des Tankrabatts auch mit den Kosten. «Der Steuereuro kann nur einmal ausgegeben werden», sagt der CDU-Politiker Sepp Müller als ein Leiter der Taskforce. «Deshalb investieren wir ihn lieber in eine Einkommensteuerreform, die dauerhaft entlastet.» Die Reform soll zum 1. Januar 2027 wirken, Details sind allerdings offen.