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DWD warnt: Hitzewellen und Trockenheit nehmen in Deutschland zu


Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa

Berlin, Dienstag, 31. März 2026

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor häufigeren Hitzewellen und Trockenzeiten in Deutschland. Neue Klimadaten zeigen, dass der Temperaturanstieg und veränderte Niederschläge das Land bis 2100 stark beeinflussen werden.
Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert, dass die Klimaveränderungen bis 2100 in Deutschland vor allem zu mehr Hitzewellen in Süd- und Ostdeutschland sowie zu einem veränderten Niederschlagsmuster führen werden.


Hitzewellen als Konsequenz der globalen Erwärmung könnten nach Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zukünftig vor allem Süd- und Ostdeutschland betreffen. Ansteigende Temperaturen sind jedoch überall in Deutschland zu beobachten. Betroffen sind alle Jahreszeiten, am stärksten jedoch der Sommer, erläuterte der DWD. Die Meteorologen präsentierten in Berlin neue Projektionen für die zukünftige klimatische Entwicklung in Deutschland sowie ihren Klimastatusbericht für das letzte Jahr.

Konkret haben die Experten den Zeitraum 1961 bis 1990 mit ihren Projektionen für den Zeitraum 2071 bis 2100 verglichen. Beim Niederschlag ergibt sich demnach ein differenzierteres Bild als bei der Temperatur. Die höchsten Zunahmen an Niederschlägen erwarten sie für den Winter im Norden und den Frühling im Nordosten Deutschlands. Für den Sommer prognostiziert der DWD mehr Trockenheit insbesondere im Westen, während mehr Regen vor allem im Nordosten erwartet wird.

Globale Erderwärmung soll deutlich über Klimaziel schießen - das sind die Konsequenzen

Für den Südosten wird mit trockeneren Herbsten gerechnet. Grundlage ist dabei ein Szenario, das von einer globalen Erderwärmung von 2,8 bis 4,2 Grad im Jahr 2100 ausgeht und von einem hohen Verbrauch fossiler Energieträger, sagte Tobias Fuchs vom DWD. Das liegt im eher oberen Bereich der zukünftigen erwarteten Treibhausgas-Emissionen. Die Weltgemeinschaft hatte sich bei der Klimakonferenz in Paris 2015 das Ziel gesetzt, den Anstieg der Temperatur möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Das gilt als kaum noch möglich: Laut aktueller UN-Prognose steuert die Welt mit ihrer gegenwärtigen Klimapolitik auf 2,8 Grad Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu und verfehlt das international anvisierte 1,5-Grad-Ziel schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts. Die DWD-Meteorologen blicken auch zurück. Das vergangene Jahr war von einem sehr trockenen Frühjahr geprägt, gefolgt von einer intensiven Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli mit Temperaturen von über 35 Grad Celsius in vielen Regionen. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag laut DWD bei 10,0 Grad.

Damit steht 2025 auf Platz 8 in der Rangliste der wärmsten Jahre seit Beginn der Auswertungen 1881. "Ein national nicht rekordwarmes Jahr bedeutet jedoch keine Entwarnung im globalen Maßstab", schreibt der Leiter der Abteilung Klimaüberwachung, Andreas Becker, in seinem Vorwort zum Klimastatusbericht. Schließlich gelte 2025 nach Angaben internationaler Wetterdienste als drittwärmstes Jahr seit Beginn der globalen Auswertungen 1850.

Wo es am wärmsten, kältesten, trockensten und nassesten war

Der wärmste Ort in Deutschland war im vergangenen Jahr Waghäusel-Kirrlach in Baden-Württemberg mit einer Durchschnittstemperatur von 12,11 Grad. Den Temperaturrekord hatte Andernach in Rheinland-Pfalz mit 39,3 Grad am 2. Juli. Die Zugspitze vereinte im vergangenen Jahr gleich drei Wetterrekorde: Sie war mit minus 2,38 Grad im Jahresschnitt der kälteste Ort Deutschlands, der mit minus 21,1 Grad am 11. Januar auch die tiefste Temperatur meldete.

2.193,35 Sonnenstunden machten den höchsten Berg Deutschlands zum sonnigsten Ort. Am anderen Ende der Skala lag das bayerische Oberstdorf mit lediglich 1.673,04 Sonnenstunden. Nicht allzu weit entfernt befand sich mit Balderschwang im Oberallgäu der nasseste Ort mit einem jährlichen Niederschlag von 1.841,8 Millimeter. Den höchsten Niederschlag an einem einzigen Tag verbuchte hingegen Bedburg-Weiler Hohenholz in Nordrhein-Westfalen mit 134 Millimeter am 8. September. Trockenster Ort war Arnstein-Ulzigerode in Sachsen-Anhalt mit 352,1 Millimeter im ganzen Jahr.

Die Wetterbedingungen im vergangenen Jahr waren mit einer überdurchschnittlichen Sonneneinstrahlung vorteilhaft für Solarstrom. Zugleich war das Jahr relativ windarm, bot also schlechtere Bedingungen für die Produktion von Strom mit Windrädern. Deutschland deckt inzwischen mehr als die Hälfte seines Bruttostromverbrauchs mit erneuerbaren Energien. "Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien gewinnt das Wetter als Einflussfaktor für die Stromerzeugung weiter an Bedeutung", erklärte Jaqueline Drücke vom DWD.

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