"Unsere Lebensqualität ist zerstört": Hunderte Krähen bringen Anwohner zur Verzweiflung

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Krähen in Herford: Frust bei Anwohnern
In einer Wohnsiedlung in Herford haben sich in den vergangenen Jahren hunderte von Krähen beheimatet.
Krähen
Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild
Die Krähen sorgen nicht nur für jede Menge Lärm, sondern auch für viel Dreck.
Krähen-Alarm in NRW
Ralf Meier/Bild
Die Krähen sorgen nicht nur für jede Menge Lärm, sondern auch für viel Dreck.
Krähen-Alarm in NRW
Ralf Meier/Bild

Hunderte von Krähen erschweren seit einiger Zeit das Leben in einer Wohnsiedlung. Die Anwohner sind frustriert über permanenten Dreck und Lärm - die Lebensqualität sei zerstört. Nun bitten sie mit einer Petition um Hilfe.

  • Hunderte Krähen belagern Wohnsiedlung
  • Anwohner sind frustriert und verzweifelt: "Unsere Lebensqualität ist zerstört"
  • Warum die Tiere nicht einfach entfernt werden können

Es ist ein Albtraum für die Anwohner einer Wohnsiedlung in Nordrhein-Westfalen: Hunderte von Krähen fühlen sich dort inzwischen beheimatet und sorgen für jede Menge Krach, Dreck und Ärger. 

Krähen sorgen für Frust: "Können nicht mehr schlafen"

Vor sieben Jahren nisteten sich die ersten Saatkrähen in Herford ein. Laut Informationen der "Bild"-Zeitung bauten sie ihre Nester "in dem Grünzug am Flüsschen Werre" - und damit nur eine Minute Fußweg von der Siedlung entfernt. In den Jahren danach vermehrten sich die Tiere schnell: 2022 waren es schon 90 Paare, inzwischen sind es über 300 Vögel.

Krähen sind bekannt dafür, lautstark miteinander zu kommunizieren. Besonders laut wird es in der Paarungs- und Aufzuchtzeit zwischen Februar und Mai. Das bekommen auch die Anwohner zu spüren: schon frühmorgens machen die Rabenvögel mächtig Lärm und sorgen für Frustration bei den Anwohnern. "Unsere Lebensqualität ist zerstört", echauffiert sich Anwohnerin Gabriela Heermeier bei der Bild. Oft erreiche der Pegel einen Wert von über 70 Dezibel. Erst spätabends kommen die Vögel etwas zur Ruhe. 

Abgesehen von dem permanenten Lärm gibt es noch ein weiteres Problem: die Tiere machen jede Menge Dreck. Autos, Zäune, Dächer, Beete, Sitzgelegenheiten und vieles mehr sind immer wieder voller Krähenkot - und müssen dementsprechend immer wieder gereinigt werden. "Wir können nicht mehr schlafen und unsere Gärten nicht mehr nutzen", fasst Anwohner Jürgen Knauf für die Bild zusammen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rabenvögel wegen Essensresten in umliegenden Mülltonnen eine unbegrenzte Futterquelle haben. 

Krähen unter strengem Naturschutz: Wie geht es also weiter?

Fest steht, dass sich die Krähen nicht einfach so entfernen lassen. Saatkrähen treten zumeist in Kolonien auf, verbleiben gern an einem Ort und stehen zudem unter strengem Naturschutz. Daher ist es auch verboten, die Nester der Vögel zu entfernen - oder die Tiere ganz zu töten. 

Denkbar wäre allerdings, die Krähen zu vertreiben - beispielsweise durch den Einsatz von akustischen Vergrämungsanlagen. Zudem ist es theoretisch möglich, Raubvögel von einem Falkner wochenlang über das Wohngebiet kreisen zu lassen.

Der Haken daran: solche Methoden sind ziemlich teuer und können auch scheitern. Hinzu kommt, dass sich vorher ein Alternativbrutplatz finden müsste und Einsätze dieser Art eine amtliche Genehmigung brauchen. Darin wäre dann auch der Naturschutzbeirat involviert.

Anwohner rufen Online-Petition ins Leben

Aufgrund der andauernden Situation ist es inzwischen sogar schwierig geworden, neue Mieter zu finden. Daher haben sich die Anwohner nun für einen anderen Weg entschieden und eine Online-Petition ins Leben gerufen. Darüber sammeln sie Unterschriften und hoffen auf Unterstützung von der Stadt.

Zuletzt häuften sich die Meldungen über aggressive Krähen in deutschen Städten. Auch in Franken wurde vor Kurzem eine Frau von einigen Krähen attackiert - und musste anschließend ins Krankenhaus.