Sprit immer teurer: Auch Super E10 kostet mehr als 2 Euro
Autor: Christof Rührmair, dpa
, Donnerstag, 05. März 2026
Einen Tag nach Diesel überschreitet die günstigste gängige Benzinsorte die Preisschwelle von 2 Euro. Heizöl wird noch teurer. Ist ein Tankrabatt nötig? Experten sind sich einig.
Die Spritpreise steigen immer weiter: Einen Tag nach Dieselkraftstoff hat auch die günstigste gängige Benzinsorte Super E10 die Marke von zwei Euro pro Liter im bundesweiten Durchschnittspreis überschritten. In der Preisspitze am Morgen kostete sie 2,003 Euro, wie der ADAC mitteilte. Noch am Mittwoch war sie mit 1,995 Euro am Morgen knapp darunter geblieben.
Auch Diesel verteuert sich weiter: Am Morgen erreichte der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt 2,086. Am Mittwoch waren es noch 2,054 Euro. Diesel ist normalerweise billiger als E10, weil er deutlich niedriger besteuert wird. Sein Preis ist aber krisenanfälliger, auch in der Anfangsphase des Ukraine-Krieges hatte er stärker reagiert als Benzin. Einer der Gründe ist, dass Diesel auch als Ersatz für Gas verwendet wird und für die Industrie eine größere Rolle spielt.
Diesel lag auch im Tagesschnitt des Mittwochs über 2 Euro
Beide Preise können im Tagesverlauf auch wieder ein gutes Stück weit sinken - das entspräche der Entwicklung in normalen Zeiten. Zuletzt hatte der allgemeine Anstieg dies aber überlagert.
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs kostete ein Liter Diesel 2,005 Euro - 25,9 Cent mehr als am Freitag vor Ausbruch des Krieges. Für E10 waren am Mittwoch im Tagesschnitt 1,935 Euro pro Liter zu bezahlen, 15,7 Cent mehr als am Freitag. Der Tagesdurchschnitt ist für längerfristige Vergleiche aussagekräftiger, weil er die oft starken Schwankungen im Tagesverlauf ausgleicht.
Heizöl legt ebenfalls weiter zu: Das Portal Heizoel24 meldete am Donnerstagmittag einen Preis von rund 133 Euro für 100 Liter. Das waren rund 5 Euro mehr als am Mittwoch. Vor Kriegsbeginn hatte der Preis noch unter 100 Euro gelegen.
Forderungen nach Spritpreisbremse
Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosteten, war zuletzt 2022 der Fall - Hintergrund war damals der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die Folgen für die Energieversorgung. Die steigenden Spritpreise sorgen inzwischen auch für eine Diskussion um eine mögliche Spritpreisbremse. Unter anderem fordert der ADAC, dass die Politik eine «vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe prüfen» müsse. «Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden.» Dies würde für rund 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen.
Auch der Verkehrsclub Mobil in Deutschland fordert eine Spritpreisbremse, eine von ihm gestartete Online-Petition an die Bundesregierung habe inzwischen mehr als 14.000 Unterschriften, heißt es.