Deutschlandticket wird wieder teurer: So viel kostet es ab Januar
Autor: Agentur dpa
Berlin, Mittwoch, 30. Sept. 2026
Über 14,5 Millionen Personen nutzen derzeit das Deutschlandticket. Nun erfolgt eine erneute Preiserhöhung – erstmals wird der Abo-Preis durch eine Formel festgelegt, um politische Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Im kommenden Jahr wird das Deutschlandticket teurer. Ab dem 1. Januar 2027 beträgt der Preis 66,80 Euro statt bisher 63 Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem sogenannten Koordinierungsrat erfuhr. Dieser Rat, bestehend aus den Abteilungsleitern der Verkehrsministerien der Länder und des Bundes, legte den neuen Preis in seiner Sitzung am Mittwoch fest.
Das Jobticket, eine vergünstigte Version des Deutschlandtickets, wird künftig 63,46 Euro kosten. Das Semesterticket steigt auf 40,08 Euro.
Zum Start noch für 49 Euro: Das steckt hinter der erneuten Verteuerung
Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Monatsabonnement für Busse und Bahnen im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr und kann monatlich gekündigt werden. Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen nutzen es derzeit rund 14,5 Millionen Menschen. Bei seiner Einführung im Jahr 2023 kostete es 49 Euro. Der Preis stieg 2025 auf 58 Euro und in diesem Jahr auf 63 Euro.
Erstmals gibt es keinen politischen Streit um den Preis. Der Abo-Preis wurde nicht politisch verhandelt, sondern mithilfe einer bestimmten Formel berechnet. Der Preisindex spiegelt auf Basis statistischer Daten die Kostenentwicklung etwa von Personal und Energie wider, die die Unternehmen tragen müssen. Je stärker die Inflation, desto teurer wird das Deutschlandticket. Zudem wird berücksichtigt, dass die Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern in Höhe von 3 Milliarden Euro jährlich fix sind und nicht dynamisch steigen.
Mit diesem Ansatz soll verhindert werden, dass jährlich ein politischer Streit über die Finanzierung des Deutschlandtickets entbrennt. Nutzer sollen sich darauf verlassen können, dass das Angebot bestehen bleibt.
Für manche Fahrgäste schmerzhaft
"Der heutige Beschluss des Koordinierungsrats schafft frühzeitig Klarheit", teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mit. "Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verbünde können sich ab sofort auf den neuen Preis von 66,80 Euro ab dem 1. Januar 2027 einstellen." Es sei nachvollziehbar, dass die Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft sei. "Zugleich treffen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart."
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kritisierte die Preissteigerung. "Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen", sagte der Grünen-Politiker der "Rheinischen Post". Dass nun ein automatisierter Mechanismus über den Preis entscheidet, sei bedauerlich für den Erfolg des Tickets. "Je mehr Menschen es nutzen, desto stabiler kann der Preis langfristig bleiben und desto stärker wird das Angebot", betonte Krischer.