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Deutsche Schauspieler-Legende mit 69 Jahren verstorben


Autor: Agentur dpa

Köln, Dienstag, 15. Sept. 2026

Filme, wie "Das Boot" und "Bang Boom Bang" machten ihn zu einer Schauspieler-Legende in Deutschland. Nun ist er mit 69 Jahren verstorben.


Seinen schauspielerischen Durchbruch erlebte er mit einer Rolle im Wolfgang-Petersen-Klassiker "Das Boot", seine Ruhrpott-Proleten-Figur Kalle Grabowski avancierte zum Kult: Der Schauspieler Ralf Richter ist im Alter von nur 69 Jahren verstorben. Er sei in der vergangenen Nacht zu Hause in Köln friedlich entschlafen, teilte seine Managerin der Deutschen Presse-Agentur im Namen der Familie mit. Sein Tod sei damit "unerwartet und viel zu früh" eingetreten, so Heidrun Buchmaier. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

"Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben", äußerte sein Sohn Maxwell Richter auch im Namen seiner Schwester auf seinem Instagram-Kanal. "Wir können im Moment kaum Worte dafür finden, was sein Tod für unsere Familie bedeutet."

Ralf Richter: Von der Schreinerlehre zur Schauspielschule

Sein Vater habe seit Längerem gesundheitliche Probleme gehabt, sagte Richters Sohn der "Bild". "Er litt an COPD und einer Herzunterfunktion. Eine Vene zum Herzen hat nicht mehr richtig funktioniert", so Maxwell Richter. "Deshalb war er schon vor ein paar Monaten in der Klinik. Danach hat er weiter abgebaut." COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist eine chronische und fortschreitende Lungenerkrankung.

"Er war immer ein fröhlicher und liebevoller Mensch, der stets etwas plante. Das war bis zuletzt so", sagte Buchmaier der Deutschen Presse-Agentur. Dabei sei er in den Rollen zwar rau, privat jedoch ein absoluter Familienmensch gewesen. Richter wurde vor allem durch seine Darstellung unangepasster Charaktere mit rauem Ruhrgebiets-Charme bekannt.

Richter wurde 1957 in Essen geboren. Als Kind mit sieben Geschwistern wuchs er jedoch in der Nachbarstadt Bochum auf. Nach Angaben seines Managements absolvierte er dort nach einer Schreinerlehre die Schauspielschule Bochum, bevor ihn seine Rolle als Zentralmaat Frenssen in Wolfgang Petersens "Das Boot" einem internationalen Publikum bekannt machte.

Bekannt als kerniger Ruhrpott-Typ

An der Seite seines Schauspieler-Freundes Claude-Oliver Rudolph übernahm er 1983 in "Rote Erde" von Klaus Emmerich die Rolle eines Bergmanns. Kernige Ruhrpott-Typen verkörperte er seither immer wieder in Komödien - etwa als halbseidener Hallodri oder liebenswerter Prolet, wie er ihn in der Urlaubssatire "Superstau" oder in der Fußball-Komödie "Fußball ist unser Leben" darstellte.

Fans des Kultstreifens "Bang Boom Bang" von Regisseur Peter Thorwarth lernten den Schauspieler 1999 insbesondere als überdrehte Nebenfigur Kalle Grabowski kennen und schätzen: Ein cholerischer Ex-Knacki mit Vokuhila und Lederjacke, der nach seiner Entlassung von seinem Kumpel Keek den längst durchgebrachten Anteil an einem Bankraub zurückfordert - und damit eine irrwitzige Gangstergeschichte in Gang setzt.

Auch in den folgenden Thorwarth-Filmen verkörperte Richter zwielichtige Ruhrpott-Typen vom schnodderigen Bauarbeiter in "Was nicht passt, wird passend gemacht" bis zum Zuhälter in "Goldene Zeiten". Wiederholt stand er auch für Fernsehserien wie "Tatort" oder "Der Fahnder" vor der Kamera.