Deutsche Bank: Rekordgewinn und Aufklärung nach Razzia
Autor: Jörn Bender, dpa und Steffen Weyer, dpa-AFX
, Donnerstag, 29. Januar 2026
Deutschlands größtes Geldhaus hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Getrübt wird der Geschäftserfolg durch neuerliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche.
Die Deutsche Bank will sich ihre Rekordbilanz 2025 nicht von erneuten Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts verderben lassen. «Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht abbringen lassen», betonte Konzernchef Christian Sewing in einem Schreiben an die Belegschaft. Der Manager sieht Deutschlands größtes Geldhaus «auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, der europäische Champion zu werden».
Mit gut 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielte der Frankfurter Dax-Konzern im vergangenen Jahr das höchste Vorsteuerergebnis seiner Geschichte. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Höher war der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn nur im Rekordjahr 2007 mit damals rund 6,5 Milliarden Euro.
Razzia und Ermittlungen
Getrübt wird der Geschäftserfolg durch die erneuten Ermittlungen gegen nicht näher benannte Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Tag vor der Bilanzvorlage bekannt wurden: Ermittler durchsuchten auf der Suche nach Beweisen die Zentrale der Deutschen Bank in der Frankfurter City sowie Geschäftsräume in Berlin.
Nach Angaben der federführenden Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.
Sewing verspricht Aufklärung
«Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige», sagte Sewing. «Und auf dieser Basis prüft die Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gibt.»
Sewing versicherte: «Selbstverständlich arbeiten wir vollumfänglich mit den Behörden zusammen.» Eingehender wollte sich der Manager auch auf mehrfache Nachfrage nicht zu dem Thema äußern: «Die Untersuchungen laufen jetzt, damit setzen wir uns auseinander. Wir kooperieren, mehr gibt es nicht dazu zu sagen.»
Immer wieder Ärger wegen Geldwäscheverdachts
Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, geht es um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Dieser steht seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU und ließ über einen Anwalt mitteilen, ihm seien keine Ermittlungen deutscher Behörden in dieser Angelegenheit bekannt.