Der Tankrabatt kommt – was man wissen muss
Autor: Christof Rührmair und Andreas Hoenig, dpa
, Donnerstag, 30. April 2026
Morgen sinken die Steuern auf Benzin und Diesel. Wird Sprit sofort billiger? Wird er knapp? Wer bezahlt? Und lohnt es sich, noch in der Nacht zu tanken?
Viele Autofahrer sehnen in der Hoffnung auf billigeren Sprit den morgigen 1. Mai herbei. Dann gilt der Tankrabatt, mit dem die Bundesregierung die Steuern auf Kraftstoffe vorübergehend gesenkt hat. Was passiert dann genau? Ein Überblick.
Wie stark sinkt die Steuer und wie lange?
Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin sinken am 1. Mai um Mitternacht um 14,04 Cent pro Liter. Weil auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich insgesamt eine Steuerreduzierung um 16,7 Cent - gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent. Die Reduzierung gilt bis Ende Juni.
Ab wann wird Sprit billiger?
Auch an den Zapfsäulen werden die Preise voraussichtlich schon in der Nacht zu morgen sinken. Oft um Mitternacht. Das liegt aber vor allem an den Erwartungen der Kunden. Denn um Mitternacht haben die Tankstellen noch keinen Sprit mit Steuerrabatt in ihren Tanks. Die Energiesteuer wird nämlich nicht beim Verkauf an der Zapfsäule, sondern bei der Lieferung an die Tankstelle fällig. Um ganz genau zu sein: in dem Moment, in dem der Sprit die Raffinerie beziehungsweise das Großtanklager verlässt.
Aus der Branche gibt es daher die Klage, dass die Unternehmen dadurch belastet werden. Allerdings können sie am Ende des Rabatts voraussichtlich davon profitieren, dass sie dann noch niedrig versteuerte Restbestände zu wieder höheren Preisen verkaufen können. Das war schon beim Tankrabatt 2022 der Fall.
Sinkt der Preis an der Zapfsäule sofort und um die vollen 16,7 Cent?
Grundsätzlich sind die Tankstellen nicht verpflichtet, den Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt um einen bestimmten Wert zu senken.
«Es ist nicht davon auszugehen, dass die Preise am 1. Mai um Mitternacht sofort um die vollen 16,7 Cent sinken», sagt ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer. «Das war auch 2022 nicht der Fall. Stattdessen sind die Preise sukzessive gefallen.»
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) betont: «Die Tankstellengesellschaften geben die Steuersenkung vollständig weiter.» Allerdings sei es wegen der Konstruktion der Steuer möglich, «dass die Steuersenkung sich mancherorts erst mit Verzögerung an der Zapfsäule bemerkbar macht». Zudem könnten die Weltmarktpreise der Kraftstoffe «wie bisher erheblich schwanken». Das verändere die Tankstellenpreise, «ändert jedoch nichts an der vollständigen Weitergabe der Energiesteuersenkung». Ob der Rabatt 2022 komplett weitergegeben wurde, ist umstritten.