Druckartikel: Deko-Kette Depot schließt zahlreiche Filialen: Wie sieht es in Rheinland-Pfalz aus?

Deko-Kette Depot schließt zahlreiche Filialen: Wie sieht es in Rheinland-Pfalz aus?


Autor: Kevin Kosmann, Agentur dpa

Deutschland, Montag, 25. November 2024

Das Handelsunternehmen Depot stellt sich im Zuge der Insolvenz neu auf. Die Folge: Das Filialnetz schrumpft auf deutlich unter 300 Geschäfte. Depot-Chef Gries erklärt gegenüber der Deutschen Presse Agentur die Hintergründe.
Depot plant die Schließung von 27 Filialen bis Ende 2024 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und strebt eine neue Marktpositionierung an.


Ende des Jahres ist für 27 Filialen der Deko-Kette Depot in Deutschland Schluss - aufgrund der erheblichen finanziellen Engpässe. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Gries Deco Company (GDC). Angesichts einer drohenden Insolvenz hatte das Unternehmen im Juli ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Diese Informationen wurden von Christian Gries, dem Geschäftsführer des Einzelhandelsunternehmens, an die Deutsche Presse-Agentur übermittelt. Bereits 17 Filialen wurden geschlossen. Damit reduziert sich das Filialnetz auf 285 Geschäfte.

Es ist damit zu rechnen, dass noch weitere Filialen geschlossen werden. Derzeit laufen noch Verhandlungen mit einigen Vermietern. Das Unternehmen strebt laut eigenen Angaben an, bis spätestens Mitte 2025 wieder im regulären Betrieb tätig zu sein. Gries zufolge hatte Depot während und nach der Corona-Pandemie mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, die nun Konsequenzen nach sich ziehen. 

Depot schließt bis Jahresende 27 Filialen – Neue Positionierung auf dem Markt geplant

Insgesamt seien bis zum Jahresende 27 Geschäfte betroffen. Laut Informationen der dpa sollen folgende Depot-Filialen bis zum 31. Dezember 2024 geschlossen werden:

  • Übach-Palenberg
  • Stuttgart Hauptbahnhof
  • Schweinfurt Stadtgalerie
  • Neunkirchen
  • Peine
  • Flensburg (Holm)
  • Leer
  • Sylt (Westerland)
  • Berlin (Spandau Arkaden)
  • Wadgassen
  • Schongau
  • Stein (Forum)
  • Schönebeck
  • Ahlen
  • Dortmund
  • Kassel (Obere Königsstr.)
  • Lingen
  • Bornheim
  • Wuppertal (Werth)
  • Donauwörth
  • Düsseldorf (KöBogen II)
  • Neu-Isenburg
  • Frankfurt (Skyline Plaza)
  • Hamburg (Hamburger Meile)
  • Berlin (Lindencenter)
  • Sandersdorf-Brehna
  • Essen

Die Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter soll an andere Standorte versetzt werden. Ungefähr 50 der zuletzt insgesamt 3.350 Beschäftigten werden mit der bevorstehenden Schließung der 27 Filialen ihren Arbeitsplatz verlieren. In der Unternehmenszentrale in Niedernberg in Unterfranken sei die Zahl der Angestellten seit Jahresbeginn von etwa 650 auf 500 reduziert worden, wird berichtet.

Depot arbeitet gleichzeitig an den Sortimenten und strebt eine neue Marktpositionierung an. "Wir müssen zu einem Concept-Store werden", sagte der Firmenchef zur Welt. Es wird erwogen, auch Marken in das Sortiment aufzunehmen. Das bestehende Portfolio wurde derweil gestrafft. "Es sind jetzt sicherlich 30 Prozent weniger Artikel in den Läden als vorher", erklärte Gries dem Magazin.

Schließung von zahlreichen Depot-Filialen – Geschäfte in Rheinland-Pfalz betroffen?

Ob und welche Filialen in Rheinland-Pfalz geschlossen werden, ist bisher noch nicht bekannt. Sicher ist, dass das Filialnetz in 2025 weiter beschnitten werden soll und es nicht bei den bisher bekannten 27 Schließungen bleiben wird. Eine Auswahl aus Filialen aus Mainz, Rheinhessen, Koblenz und Mayen-Koblenz könnten im nächsten Jahr auch betroffen sein. 

  • Mainz: Adolf-Kolping-Straße 2-4, 55116 Mainz
  • Alzey: Karl-Heinz-Kipp-Straße 23, 55232 Alzey
  • Worms: Schönauer Straße 20, 67547 Worms
  • Koblenz: Hohenfelder Straße 22, 56068 Koblenz
  • Mülheim-Kärlich: Industriestraße 49, 56218 Mühlheim-Kärlich

Ob die Depot-Filialen in Rheinland-Pfalz dichtgemacht werden, ist knallhart von den Zahlen abhängig. "Läden, mit denen wir kein Geld verdienen, werden wir konsequent schließen", kommentiert der Geschäftsführer zu der Auswahl der Geschäfte. 

Corona-Pandemie und Sparverhalten der Kunden als Grund

Laut Gries befand sich Depot während und nach der Corona-Zeit in einer schwierigen Lage. "Die Lager waren voll, aber die Ware konnte nicht abfließen, weil die Läden geschlossen waren. Deshalb haben wir Probleme bekommen beim Umsatz." Zusätzlich führten nicht funktionierende Lieferketten dazu, dass Weihnachtsware erst im Januar eintraf.

Die Bedingungen für Händler haben sich nach Angaben von Gries gewandelt. Rohstoffpreise, Nebenkosten, Containerraten und Mieten sind stark angestiegen. Die Frachtkosten haben sich innerhalb eines halben Jahres verzehnfacht, wodurch es nahezu unmöglich wurde, das bisherige Geschäftsmodell profitabel zu betreiben. Gries gibt jedoch auch eigene Fehler zu. Nicht nur, dass unnötige Überbestände in den Lagern angehäuft wurden. "Wir haben zu spät gemerkt, dass viele Kunden unter der hohen Inflation ein verändertes Kaufverhalten an den Tag legen."

Dies wird auch durch Umfragen verschiedener Marktforschungsunternehmen bestätigt. Bei langlebigen Gebrauchsgütern halten sich viele Haushalte mit dem Kauf zurück, erklärt Sabine Frühwald, Konsumexpertin beim zu YouGov gehörenden Marktforscher Consumer Panel Services GfK. Die Zahl der Käuferhaushalte reduzierte sich im Vergleich zu 2019 um eine Million. Der Umsatz der Einrichtungsfachhändler war im ersten Halbjahr 2024 nahezu 14 Prozent niedriger als fünf Jahre zuvor. Eine kürzlich durchgeführte, repräsentative Umfrage von Appinio zeigt: Zwei Drittel der Kunden geben an, momentan weniger Produkte aus dem Bereich Haushalt, Möbel und Einrichtung zu kaufen, da sie es sich nicht mehr leisten können.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.