US-Geschäfte belasten Daimler Truck schwer
Autor: Robin Wille, dpa
, Mittwoch, 06. Mai 2026
Ein Gewinneinbruch vermiest Daimler Truck den Jahresstart. Vor allem Nordamerika drückt im ersten Quartal auf das Ergebnis des Nutzfahrzeugherstellers. Eine Kennzahl macht aber Hoffnung.
Miese Geschäfte in Nordamerika haben dem Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck den Jahresstart verhagelt. Der Gewinn des Dax-Konzerns ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres um satte 80 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.
Die Finanzergebnisse seien in erster Linie durch eine geringere Profitabilität bei den Geschäften in Nordamerika beeinflusst worden, hieß es laut Mitteilung. Der Absatz im wichtigen US-Markt war nach niedrigen Auftragseingängen im Vorjahr extrem schwach ausgefallen. Finanzvorständin Eva Scherer sprach vom geringsten Volumen in einem Quartal seit 2010. Im Segment Trucks North America wurde das operative Ergebnis nahezu pulverisiert. Das Ebit fiel um 99 Prozent von 773 Millionen Euro auf zehn Millionen Euro.
Zölle belasten Ergebnis
Scherer zufolge haben unter anderem Zölle in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrags das Ergebnis belastet. Ferner drückte eine Wertminderung bei einem Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von rund 200 Millionen Euro auf das Ergebnis.
Der schwächelnde US-Markt und weniger verkaufte Busse hatten zuletzt bei Daimler Truck für einen erneuten Absatzrückgang gesorgt. Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte der Nutzfahrzeughersteller weltweit 68.849 Lastwagen und Busse. Das entsprach einem Rückgang von neun Prozent.
Der Umsatz ging im ersten Quartal um 13 Prozent von 11,5 Milliarden Euro auf 9,98 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um 71 Prozent von einer Milliarde Euro auf 292 Millionen Euro.
Gewinnmarge sackt ab
Der Umsatz des Industriegeschäfts - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - fiel im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Die von Anlegern viel beachtete bereinigte operative Gewinnmarge im Industriegeschäft sackte um 4,6 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent ab. Die Ergebnisse fielen damit schwächer aus als von Analysten ohnehin befürchtet.
Von einer «positiven Dynamik» sprach der Konzern jedoch bei den Auftragseingängen. Diese seien im ersten Quartal um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. In den USA hätten sich die Auftragseingänge noch deutlicher erholt. Hier seien sie um 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen.