Das Raumschiff im Westen Berlins - was wird aus dem ICC?
Autor: Andreas Heimann, dpa
, Samstag, 20. Juni 2026
Was wird aus dem Stahlriesen am Berliner Messegelände? Über die Zukunft des ehemaligen Kongresszentrums ICC wird seit Jahren gegrübelt. Nun sollen die Pläne dafür auf den Tisch kommen.
Das markante riesige Gebäude am Berliner Funkturm ist ein echter Hingucker und regt immer wieder die Fantasie an: Als «Panzerkreuzer Charlottenburg», wird das ehemalige Internationale Congress Centrum (ICC) bezeichnet, wahlweise auch als «Raumschiff in der City West» oder als «schlummerndes Meisterwerk der internationalen High-Tech-Architektur».
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey nannte es eine schlafende Schönheit. Das ICC am Messegelände im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gilt als der größte Lost Place der Hauptstadt. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie das leerstehende, einstmals größte Kongresszentrum Europas künftig genutzt werden könnte. Die Pläne dafür sollen am Mittwoch (24. Juni) vorgestellt werden.
Bereits im November 2024 ist ein Konzeptverfahren dazu gestartet. Inzwischen ist es abgeschlossen. Giffey und Bausenator Christian Gaebler (beide SPD) wollen über das Ergebnis informieren. So viel steht fest: «Das ICC soll zu einem international einzigartigen Standort für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt werden», wie die Wirtschaftsverwaltung mitteilte.
Nutzungstechnisch befand sich ICC zuletzt in einem Koma-ähnlichen Zustand. Das Gebäude wurde 1979 eröffnet und prägte jahrzehntelang den Berliner Messe- und Kongressstandort. Etliche Male erhielt es die Auszeichnung World Travel Award als weltweit führendes Kongresszentrum.
Der Stahlriese wurde 2014 stillgelegt
Doch 2014 wurde der 313 Meter lange, 89 Meter breite und fast 40 Meter hohe Stahlriese mit einer Bruttogeschossfläche von 213.021 Quadratmetern stillgelegt. In dem wuchtigen Bau waren Schadstoffe entdeckt worden.
In 35 Jahren zählte das ICC Millionen von Besuchern aus aller Welt. Das Spektrum der Veranstaltungen reichte vom Heino-Konzert bis zum Krebskongress. Die letzte öffentliche Veranstaltung vor der offiziellen Schließung war eine Daimler-Hauptversammlung.
Die 80 Säle und Räume mit insgesamt 14.500 Sitzplätzen wurden danach kaum noch genutzt. Die Messe Berlin baute eine kompaktere Kongresshalle mit geringeren Betriebskosten. Danach herrschte lange Ratlosigkeit, was aus dem «Panzerkreuzer» werden soll.