CDU siegt in Rheinland-Pfalz – Rekord für AfD
Autor: Christian Andresen und Torsten Holtz, dpa
, Sonntag, 22. März 2026
Schon wieder ein Wahldebakel für die SPD: Nach fast 35 Jahren verliert sie das Ministerpräsidenten-Amt in Mainz an die CDU. FDP und Freie Wähler fliegen aus dem Landtag, auch die Linke scheitert.
Klarer Sieg für die CDU, Fiasko für die SPD: Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz haben die Christdemokraten die Nase vorn. Erstmals nach fast 35 Jahren dürfte die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Gordon Schnieder nun den Ministerpräsidenten stellen. Die Sozialdemokraten von Amtsinhaber Alexander Schweitzer erleiden nach Hochrechnungen von ARD und ZDF schwere Verluste, könnten aber in der künftigen Landesregierung Juniorpartner werden.
Die AfD kann ihren Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Wahl 2021 mehr als verdoppeln – es ist ihr bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland. Die Grünen verlieren leicht. Die Freien Wähler verpassen den Wiedereinzug in den Landtag, die Linke scheitert ebenfalls. Auch die FDP, bisher Teil der Ampel-Regierung im Land, fliegt aus dem Parlament.
Historisches Tief für SPD
Den Hochrechnungen (ca. 19 Uhr) zufolge steigt die CDU gegenüber der letzten Wahl 2021 auf 30,6 bis 30,7 Prozent (27,7 Prozent). Die SPD stürzt auf 26,4 Prozent (2021: 35,7) – ein historisches Tief für die Traditionspartei bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Die AfD springt auf 20,0 (8,3) – ihr Rekordwert bei Landtagswahlen an Rhein und Mosel.
Die Grünen verlieren etwas auf 7,9 bis 8,2 Prozent der Stimmen (9,3). Die Freien Wähler erreichen nur 3,7 bis 4,1 Prozent (5,4), die noch nie im Mainzer Landtag vertretenen Linken 4,2 bis 4,5 Prozent (2,5). Beide Parteien dürften an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert sein. Die FDP liegt mit 2,1 bis 2,2 Prozent deutlich unter der Marke und muss den Landtag nach zehn Jahren verlassen - sie sitzt nun noch in sechs Bundesländern im Parlament und nur noch in Sachsen-Anhalt in der Regierung.
Zur Wahl aufgerufen waren knapp drei Millionen Bürger. Die Wahlbeteiligung lag den Hochrechnungen zufolge bei 65,5 bis 69,5 Prozent (2021: 64,3).
Aufholjagd der SPD reicht nicht
Seit zehn Jahren regiert eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP das Land mit seinen gut vier Millionen Einwohnern. Über Monate hatte die CDU in Umfragen deutlich geführt, seit Jahresbeginn holte die SPD auf – aber am Ende nicht genug. Nun läuft alles auf eine große Koalition unter Schnieder hinaus, denn andere Bündnisse sind entweder rechnerisch oder – im Falle der AfD – politisch ausgeschlossen.
Den Hochrechnungen zufolge erhält die CDU 36 oder 37 Sitze im Landtag (2021: 31), die SPD 31 Sitze (39). Die Grünen kommen auf 9 oder 10 Sitze (10), die AfD auf 24 Sitze (9).