Streit um Abschiebungen nach Syrien
Autor: Irena Güttel, Marc-Oliver von Riegen und Basil Wegener, dpa
, Freitag, 02. Januar 2026
Zum Start ins neue Jahr lenkt die CSU einmal mehr den Blick auf die Migration - mit Forderungen nach Abschiebungen von Syrern. Aktuelle Flüchtlingszahlen zeigen eine klare Tendenz.
Migration im Fokus: Die CSU will die meisten Syrerinnen und Syrer schnell zurück in ihre Heimat schicken. Rückführungen müssten «schnellstmöglich eingeleitet werden», fordern die Christsozialen in einem Positionspapier. Die Zahl der unerlaubten Einreisen nach Deutschland hat sich unterdessen innerhalb von zwei Jahren halbiert: 2025 stellte die Bundespolizei 62.526 illegale Einreisen fest.
Die CSU-Landesgruppe hatte bereits vor einem Jahr der Migrationspolitik eine «ausgesprochen große Bedeutung» beigemessen. Nun spricht sie sich vor ihrer traditionellen Klausur im Kloster Seeon für weitere Verschärfungen aus. Für die meisten Syrer mit vorübergehendem Bleiberecht entfalle nach dem Ende des Bürgerkriegs der Schutzgrund, heißt es in dem Papier. Wer nicht freiwillig ausreise, solle abgeschoben werden. Das Papier, über das der «Münchner Merkur» berichtete, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
2026 müsse es eine Abschiebeoffensive geben - «mit Linienflügen und auch nach Syrien und Afghanistan». Dafür sollten bundesweit Ausreisezentren und ein Abschiebeterminal am Flughafen München geschaffen werden.
Klare Tendenz bei Migration
Generell zeigt die Migrationssituation in Deutschland bereits eine klare Tendenz. An allen deutschen Land-, Luft- und Seegrenzen gibt es deutlich weniger illegale Einreisen. 2023 waren es noch 127.549, 2024 waren es 83.572 unerlaubte Einreisen gewesen, so die Bundespolizei. Von teils über 20.000 pro Monat Aufgegriffenen im Jahr 2023 sank die Zahl auf knapp 4.600 im Dezember.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte bei der Verkündung von Schwerpunkten 2026 in Nürnberg für sein Land: «Die Migrationswende ist mittlerweile in vollem Gang.» Der CSU-Politiker verwies auch auf die verstärkten Grenzkontrollen. Seit Mitte September 2024 gibt es solche Kontrollen wieder an allen deutschen Grenzen. Eigentlich ist das im Schengen-Raum nicht vorgesehen. Seitdem wurden 46.426 Menschen an der Grenze oder im Kontext des illegalen Übertrittes zurückgewiesen, 1.945 Schleuser festgenommen.
Auch Ukrainer im Fokus
Die CSU will auch bei ukrainischen Flüchtlingen einen härteren Kurs: «Insbesondere wehrfähige ukrainische Männer» sollten «ihren Beitrag zur Verteidigung ihres Landes» leisten. Im Sommer hatte die ukrainische Regierung ein Ausreiseverbot für junge Männer zwischen 18 und 22 Jahren aufgehoben. Es gab folglich einen Anstieg bei Ausreisen aus dem von Russland mit Drohnen und Raketen bombardierten Land. So kamen etwa nach Berlin laut einem rbb-Bericht 2025 im Schnitt pro Woche bisher etwa 150 Menschen aus der Ukraine - in den ersten beiden Novemberwochen waren es viermal so viele.
Weiter will die CSU gegen ausländische «Demokratiefeinde» vorgehen. Öffentliche Rufe nach Errichtung eines islamistischen Gottesstaats - eines Kalifats - sollen unter Strafe gestellt werden.