Collien Fernandes kündigt Demo gegen sexualisierte Gewalt in Berlin an
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Deutschland, Samstag, 21. März 2026
Collien Fernandes hat mit den Vorwürfen gegen Ex-Mann Christian Ulmen eine Debatte um sexualisierte Gewalt in Deutschland angestoßen. Die 44-Jährige ruft zur Demo auf.
Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) hat für eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt geworben, die für diesen Sonntag (22. März 2026) am Brandenburger Tor in Berlin geplant ist. "Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft", schrieb die Schauspielerin in einem Instagram-Post. Und weiter: "Es sind nicht nur die Anderen und die Täter sind oft nicht so, wie die Fiktion sie uns präsentiert: gruselig dreinblickende Bösewichte. Es sind die Männer in unserer Mitte. Die Netten, die Lustigen, die Sympathischen."
Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der Spiegel berichtet hatte. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet".
Collien Fernandes macht Ex-Mann Christian Ulmen schwere Vorwürfe
Zu der Demonstration am Sonntag (16 Uhr) hat ein neu gegründetes Bündnis namens "Feminist Fight Club!" aufgerufen. Es gehe um Solidarität mit allen Betroffenen, "um auf strukturelle Missstände und Gesetzeslücken im Kontext von digitaler und analoger sexualisierter Gewalt in Deutschland aufmerksam zu machen". Bei der Polizei waren mit Stand Samstagnachmittag 500 Teilnehmer angemeldet.
Derweil begrüßen SPD-Rechts- und Innenpolitikerinnen die Ankündigung von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), zügig ein Gesetz zum besseren Schutz vor digitaler Gewalt vorzulegen. "Wir hängen da auf jeden Fall hinterher", sagte die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Carmen Wegge im WDR mit Blick auf die rechtliche Situation in Deutschland. Sie sei froh, dass man da jetzt auf der Zielgeraden sei.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte der dpa, sie unterstütze Hubigs Vorstoß ausdrücklich. "Ein wirksames digitales Gewaltschutzgesetz muss Lücken im Strafgesetz schließen. Wer Menschen im Netz jagt, bedroht oder entwürdigt, greift ihre Würde genauso an wie auf offener Straße. Dagegen muss der Staat konsequent, entschlossen und mit strafrechtlichen Konsequenzen reagieren."
Neues Gesetz soll auch vor Deepfakes schützen
Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, das Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen, etwa "bei bildbasierter sexualisierter Gewalt. Dabei erfassen wir auch Deep Fakes", heißt es darin.
Die Justizministerin hatte Anfang des Monats angekündigt, noch im Frühjahr einen Gesetzentwurf vorzulegen. Es geht demnach darum, dass herabwürdigende Bilder schneller aus dem Netz verschwinden und Täter wirksam bestraft werden können. Der Gesetzentwurf sei fertig und auf der Zielgeraden, sagte Hubig am Freitag in einem von ihrem Ministerium verbreiteten Instagram-Video.