CDU kassiert auch in Berlin Wahlniederlage: Linke überraschend klar vorne
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Berlin, Sonntag, 20. Sept. 2026
Berlin hat gewählt und erstmals könnte eine Linke als Regierende Bürgermeisterin ins Rote Rathaus einziehen. Für die CDU ist es ein weiterer Dämpfer.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus liegt die Linke nach Prognosen überraschend klar vor der CDU – noch nie zuvor war die Linke in Berlin stärkste Kraft. Die CDU rutscht auf Platz zwei ab und muss einen weiteren Rückschlag einstecken, die AfD kann ihr Ergebnis von der Wiederholungswahl von 2023 deutlich steigern. Das regierende Bündnis aus CDU und SPD verliert seine Mehrheit, denkbar sind nun Dreier-Bündnisse.
Die AfD bleibt den Prognosen zufolge trotz Zugewinnen hinter den Erwartungen zurück. Die Grünen verlieren leicht, die SPD landet auf Rang fünf. Die FDP verpasst erneut den Einzug ins Landesparlament, das BSW muss um den Einzug bangen.
Linke hängt die CDU auf den letzten Metern ab
Nach den 18.00-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF wird die Linke stärkste Kraft und kommt auf 24,5 bis 26 Prozent (2023: 12,2 Prozent). Damit könnte Elif Eralp – falls die Linke Koalitionspartner findet – die erste Linke werden, die das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in der Hauptstadt übernimmt. Die 45-Jährige wäre zudem die erste Berliner Regierungschefin mit Migrationsgeschichte.
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Die Linke könnte damit ihr bestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl in Berlin einfahren. 2001 hatte die Partei noch unter dem Namen Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) mit 22,6 Prozent ihren bisherigen Rekord erreicht.
Hinter der Linken liegt die CDU mit laut Prognosen 20 Prozent (2023: 28,2) mit Spitzenkandidat Stefan Evers, der erst im Juli als Ersatzmann für den amtierenden Regierungschef Kai Wegner in den Wahlkampf eingestiegen war. Für die nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angeschlagene CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz ist die Berlin-Wahl der nächste herbe Rückschlag. Der Druck auf den Parteichef dürfte mit Blick auf das magere Ergebnis bei der zeitgleich stattgefundenen Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern noch einmal deutlich zunehmen. Um den dritten Platz lieferten sich AfD und Grüne ein enges Rennen. Die AfD liegt bei 13,5 bis 16,0 Prozent und kann ihr Ergebnis von der Wiederholungswahl 2023 (9,1 Prozent) deutlich steigern. Die Grünen kommen auf 15,0 bis 15,5 Prozent (2023: 18,4).
SPD abgeschlagen
Abgeschlagen liegt die SPD von Steffen Krach auf Platz fünf. Die Prognosen sehen sie bei 12,0 Prozent (2023: 18,4). Krach war wenige Wochen vor der Wahl in der heißen Phase des Wahlkampfs wegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn in die Schlagzeilen geraten. Gegen den 47-Jährigen wird unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme ermittelt, dabei geht es um seine frühere Tätigkeit als Regionspräsident in Hannover. Krach weist alle Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung.
Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Berlin als rot galt und die SPD die absolute Mehrheit in der Hauptstadt hatte, seit 2011 verliert die Partei bei jeder Wahl ein paar Prozentpunkte. Die Sozialdemokraten waren seit der Wiedervereinigung ununterbrochen Teil des Senats, ein Wechsel in die Opposition wäre eine Zäsur.