Nahverkehr steht bundesweit wegen Warnstreiks still
Autor: Carla Benkö und Daniel Mollitor, dpa
, Montag, 02. Februar 2026
Bus und Bahn bleiben im Depot: Warnstreiks legen den Nahverkehr in Deutschland lahm. Das hat Auswirkungen auf den Verkehr. Pendler steigen unter anderem aufs Auto oder Taxi um.
Ein ganztägiger Warnstreik hat den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in vielen Regionen Deutschlands zum Erliegen gebracht. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen blieben bei zahlreichen kommunalen Betrieben in den Depots. Betroffen waren nahezu alle 16 Bundesländer, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Lediglich Niedersachsen war den Angaben nach ausgenommen.
Anderswo wurde es für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stressig - sie mussten trotzdem pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen. Und für Eltern ebenso: Auch Schülerinnen und Schüler durften nicht einfach zu Hause bleiben. Dazu kam das Wetter: In einigen Regionen drohten laut den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gefrierender Regen und Straßenglätte.
Auswirkungen auf Deutschlands Straßen
Nach ADAC-Einschätzung machte sich der Warnstreik im morgendlichen Berufsverkehr besonders in den Ballungsräumen auf den Straßen bemerkbar. Den Angaben nach war bundesweit ein leichter Anstieg bei Länge und Dauer der Staus zu erkennen. Anscheinend seien am Morgen viele Pendler früher losgefahren.
Zudem stieg in den Morgenstunden die Nachfrage nach Taxis stark, wie der Fahrdienstvermittler Freenow mitteilte. Deutschlandweit habe man insgesamt rund eineinhalbmal so viele Anfragen verzeichnet wie sonst an einem Montag. In Hamburg seien es mehr als viermal so viele, in München rund dreimal so viele und in Berlin etwa 50 Prozent mehr Anfragen gewesen. Laut der Auswertung lagen die meisten Taxifahrten am Tag des Warnstreiks bundesweit zwischen 6.00 und 10.00 Uhr. Besonders stark nachgefragt waren demnach Taxis an bekannten Hotspots und Umsteigepunkten.
Warum wird in Niedersachsen nicht gestreikt
In Niedersachsen waren Busse und Bahnen regulär im Einsatz. Hintergrund ist der Stand der Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr. In Niedersachsen läuft der geltende Tarifvertrag noch – deshalb sind Maßnahmen des Arbeitskampfes derzeit ausgeschlossen. Diese Friedenspflicht untersagt Streiks während der Laufzeit eines Tarifvertrags und soll beiden Seiten Planungssicherheit geben.
Die Kündigung des Tarifvertrags sei den Arbeitgebern in Niedersachsen zu spät zugestellt worden, teilte ein Verdi-Sprecher des Landesbezirks Niedersachsen-Bremen mit. Der Grund dafür sei ihm unbekannt. Daher gelte die Friedenspflicht noch bis zum 31. März.
Züge der Deutschen Bahn nicht betroffen
Die Regional- und S-Bahnen der Deutschen Bahn fuhren derweil ohne Einschränkungen. «Die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg, Rhein-Main und der Regional- und Fernverkehr der DB werden als Unternehmen nicht von Verdi vertreten und sind daher von dem Streik nicht betroffen», teilte der bundeseigene Konzern mit.